Archive for 2007

Es weihnachtet im E-Commerce: TOP5 der Weihnachtsstartseiten

Der Online-Handel arbeitet derzeit auf Hochtouren. Erste Erfolgsmeldungen zum Weihnachtsgeschäft gibt es auch schon. So schätzt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels, dass im November und Dezember 4,6 Milliarden Euro umgesetzt werden, was einem plus gegenüber dem Vorjahr von rund einer halben Milliarde Euro bedeutet.

Ich möchte an dieser Stelle keine neuen Erfolgsmeldungen publizieren sondern mal einen Blick darauf werfen, wie die Händler mit dem Ereignis Weihnachten auf ihrer Startseite umgehen. Hier also die TOP5 (kein Anspruch auf Vollständigkeit) der Weihnachtsstartseiten:

5. Quelle.de

Weihnachten auf Quelle.de

Bei Quelle.de assoziiert man Weihnachten anscheinend mit der Farbe grün. Alles was mit Weihnachten zu tun hat, ist in diese Farbe getaucht. Ich weiss nicht, ob ich zu sehr von Coca Cola geprägt bin, aber Weihnachten hat für mich eigentlich eher eine Assoziation mit rot. Rot sind bei Quelle allerdings nur Preise und Rabattaktionen.

4. Neckermann.de

Weihnachten auf Neckermann.de

Auffallendstes Merkmal des Weihnachtsdesigns von Neckermann.de ist ein Weihnachtsmann, der auf seinem Schlitten quer durchs Bild fährt. Das ganze ist vom Design zwar nicht aufregend, aber hat eine gewisse Orginalität, zumal keiner der anderen Shops eine solche Animation hat. Ansonsten ist aber nicht wirklich viel von Weihnachten zu sehen. Daher reicht es für Platz 4.

3. Otto.de

Weihnachten auf Otto.de

Auf Otto.de weihnachtet es schon sehr stark. Das Thema Weihnachten ist auf der Startseite quasi omnipräsent. Vom Design her passt man sich in die gerade frisch eingeführte Design-Linie der Site ein. Das hat zwar nicht die perfekte weihnachtliche Anmutung, reicht aber für Platz 3.

2.  Amazon.de

Weihnachten auf Amazon.de

Vom winterlich anmutenden Kopf der Seite bis zu den zentral dargestellten Geschenkideen ist Weihnachten auf Amazon.de allseits präsent (Btw.: Weiss jemand, warum Amazon.de nach zwischenzeitlichen Versuchen mit dem neuen Design, doch wieder das Alte nutzt?). Dabei ist Amazon der einzige Shop im Vergleich, der gleich auf der Startseite konkrete Geschenkideen aus verschiedensten Kategorien anpreist. Einen extra Punkt gibt es für die Logistik: Kein andere Shop bietet eine garantierte Lieferung bis Heiligabend bei einer Bestellung bis 23.12..

1. Heine.de

Weihnachten auf Heine.de

Kein anderer Shop baut auf der Startseite mehr Emotionalität auf als Heine.de. Der Weihnachtsteaser erscheint mit ziemlich gelungen. Daher Platz 1.

Das war meine vollkommen subjektive TOP5 der Weihnachtsdesigns. Über Ergänzungen freue ich mich.

Barcamp Mitteldeutschland in Jena

Vom 8.2. – 10.2.2008 findet in Jena ein Barcamp statt. Und da Barcamp Jena sich zu klein angehört hätte, hat man es gleich Barcamp Mitteldeutschland getauft.

Barcamp Mitteldeutschland

Die Veranstaltung findet im Intershop Tower statt. Da die Teilnehmerzahl zur Zeit auf 100 begrenzt ist und sich Barcamps normalerweise sehr großer Beliebtheit erfreuen, sollte man sich schnell auf der Seite registrieren. Aktuell haben dies schon 18 Personen getan. Ich vermute, dass spätestens morgen die 100 Plätze vergeben sind.

Update (30.11.2007): Inzwischen sind, wie vermutet, alle 100 Plätze belegt. Aber es gibt ja auch noch eine Warteliste, die gefüllt werden kann.

PayPal wird zur Mainstream-Zahlungsmethode

Bisher wurden die Account-basierten Zahlungssysteme wie PayPal ja überwiegend zum Einkaufen bei Ebay oder in sehr kleinen Online-Shops genutzt. Bei den großen Shops spielten sie mehr oder weniger keine Rolle.

Doch die Wahrnehmung hat sich innerhalb des letzten Jahres stark geändert. Den Weg hierfür hat wohl Google im letzten Jahr bereitet. Man versuchte damals in den USA während des Weihnachtsgeschäftes mit massiven Werbeausgaben Marktanteile für Google Checkout gewinnen. Die Online-Händler sprangen danken auf den Zug auf. Der Anteil von Google ging zwar mit dem kürzen des Werbeetats ebenfalls wieder zurück, aber der Weg für Zahlungsalternativen scheint seitdem einfacher.

PayPal und Google Checkout

PayPal setzte nun in diesem Jahr viel daran, seinen Service zu professionalisieren und große Händler anzugehen, was auch glückte. In den USA bieten zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft gleich mehrere große Anbieter die Möglichkeit via PayPal zu bezahlen und kombinieren dies mit verschiedenen Werbeaktionen. Bei Blue Nile, ein Online-Juwelier, wird schon jetzt mehr über PayPal bezahlt, als ursprünglich erwartet.

In Deutschland sind die großen Händler zwar noch ein wenig zurückhaltender, aber ich denke sie werden im nächsten Jahr ebenfalls folgen. Ein wesentlicher Antrieb in den USA wie in Deutschland dürfte die Möglichkeit sein, Einsparungen gegenüber der herkömmlichen Kreditkartenzahlung erzielen zu können.

Gleichzeitig sind die Zahlungsanbieter dabei, ihre Möglichkeiten zu erweitern. So ist man bei PayPal dabei zusammen mit Mastercard eine Möglichkeit zu schaffen, mit der PayPal-Kunden in jedem Online-Shop bezahlen können, in dem Mastercard akzeptiert wird. Auch wenn dafür eine extra Software installiert werden muss, hört sich das sehr interessant an.

Der Markt der Zahlungsanbieter ist stark in Bewegung und es werden sich für Händler hier noch einige Möglichkeiten eröffnen.

Quelle: New York Times, E-Commerce Report, “Retailers Explore New Ways of Being Paid”, 19.11.2007

Woher kommt Amazons Erfolg?

Vor gut einer Woche führte Amazon in Deutschland die Versandpauschale Amazon Prime. Gestern stellte Jeff Bezos (CEO und Gründer von Amazon) in den USA Amazons neuen E-Book-Reader Kindle vor. Nur zwei von zahlreichen Innovationen und Strategien, mit denen Amazon versucht seine Kunden bei der Stange zu halten.  Gleichzeitig ist Amazon Vorbild für zahlreiche andere Händler, die versuchen den erfolgreichsten Online-Retailer nachzuahmen.

Amazon Kindle

Was ist es also, das Amazon treibt? Warum ist Amazon erfolgreich?

Ein paar Antworten hierauf gibt Jeff Bezos in einem Interview im aktuellen Harvard Business Manager. Einen sehr wesentlichen Beitrag zur Innovationsfreude spielt natürlich die Unternehmenskultur. Während viele Unternehmen wettbewerbsorientiert ausgerichtet sind, steht bei Amazon laut Bezos nur ein Prinzip ganz oben: Die Kundenorientierung. Bei strategischen Entscheidungen stellt man sich daher als erstes die Frage, was für den Kunden am besten ist.

Nur so kann man z.B. die Entscheidung erklären, dass man die eigene Plattform für andere Händler öffnete und sie gegen die eigenen Einkaufsabteilungen konkurrieren lässt. Dabei geht man bei Amazon so weit, dass, wenn ein Händler günstiger als Amazon ist, sein Angebot mit dem Bestellknopf auf der Produktdetailseite verlinkt wird und nicht das Amazon-eigene – alles zum Wohle des Kunden.

Nun bekommt man eine Organisation nicht von vornherein komplett darauf eingeschworen, dass sie sich nur am Wohle des Kunden orientiert. Amazon hat hierfür zahlreiche Programme, so dass z.B. die meisten Mitarbeiter für eine Zeit im Kundenservice verbringen müssen und so direkten Kontakt zum Kunden haben. Die Devise hier ist erstmal einfach: Jeder Mitarbeiter muss in der Lage sein, im Call Center einen Kunden zufriedenzustellen. So muss auch das Management innerhalb einer bestimmten Zeit seine Kenntnisse in der Kundenbetreuung immer wieder auffrischen.

Warum verhält sich Amazon anders als andere große Versandhändler? 

Über die Wurzeln von Amazons Verhalten kann man nur Mutmaßen. Eine wesentliche Rolle dürfte spielen, dass man Amazon ein Vorreiter in einer noch jungen Branche war. Dass man sich nicht am Wettbewerb orientiert, könnte darauf zurückzuführen sein, dass es gerade in der Anfangszeit noch nicht viele gab und man im Gegensatz zu vielen anderen halt kein Standbein im stationären Handel oder im Katalogversand hatte. Also musste man sich einen anderen Fixpunkt suchen und dabei liegt natürlich nichts näher als sich an den Kunden zu orientieren.

Mein Fazit: Liebe Händler, versucht nicht, Amazon hinterherzurennen.  Fragt euch lieber, was gut für eure Kunden ist. Als Orientierung kann Amazon dabei sicher dienen.

Mehr interessante Einsichten dazu findet man in der aktuellen Ausgabe des Harvard Business Managers. Ein Muss für alle Business-Verantwortlichen und E-Commerce Berater.

Quelle: Harvard Business Manager, November 2007, “Optimistisch aus Prinzip”, S. 22ff.

Geschlechter-Klischees im Online-Shopping? TNS Infratest beschreibt Online-Käufer

Ja, es gibt sie. Laut einer Veröffentlichung von TNS Infratest kaufen Frauen im Internet häufiger Kleidung, Kosmetikartikel, Schmuck und Schuhe, während Männer sich mehr für Telekommunikation, Unterhaltungselektronik, elektrische Haushaltsgeräte, Heimwerkerbedarf und Computer-Software interessieren.

Generell am häufigsten werden immer noch Bücher, Musik-CDs, Bekleidung und Eintrittskarten im Internet gekauft. Ebenfalls nicht verwunderlich ist, dass bei einigen Produktgruppen das Internet den stationären Handel nahezu ersetzt. So werden Flug- und Bahntickets sowie PC-Software überwiegend nur noch über das Internet bezogen. Ebenfalls einen großen Anteil hat das Online-Shopping bei DVDs, Büchern, CDs und Eintrittskarten. Den Gegenpol hierzu bilden Produkte, bei denen sich die Käufer gerne einen persönlichen Eindruck verschaffen. Dazu gehören u.a. Möbel, Bekleidung, Schuhe und wenig verwunderlich der Deutschen liebstes Kind – das Auto.

Die altersmäßige Verteilung zwischen den Online-Käufern zeigt, dass alle Altersgruppen gut vertreten sind. Die meisten Online-Käufer liegen im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Während  jüngere Online-Shopper gerne Computer- und Videospiele kaufen, mögen ältere lieber Heimwerkerbedarf.

Um es mit den Worten eines Sängers zu halten: “Und der Mensch bleibt Mensch” auch mit Internet und Online-Shopping.

via Heise

Shop durcheinander zum Wochenende

Wer mal eine nicht ganz normale Werbeaktion kurz vor dem Wochenende sehen möchte, dem sei diese Seite von Hema ans Herz gelegt.

Hema

Kataloge als Vorbilder für Webseiten

In seinem Vortrag auf der Insight E-Commerce kritisierte Martin Groß-Albenhausen das viele Webseiten bisher die in 50 Jahren erprobten und untersuchten Praktiken aus dem Katalogversand nicht berücksichtigen. Gerade im Bereich dem Endkunden entsprechende Anstösse zu liefern, seien Webseiten bisher noch weit hinter den Katalogen zurück. Während in Katalogen sehr stark auf das Umfeld (Fläche in denen keine Produkte beworben werden) geachtete wird und dort nichts ungenutzt lässt, um dem Kunden Anstösse zu liefern, sind Webseiten immer noch pure Auflistungen von Produkten.

Erst langsam würden zumindest einige Dinge umgesetzt.  Wobei hier nicht gemeint ist, dass man seinen Printkatalog als PDF zum Download anbieten sollte oder einen blätterbaren Katalog in Flash. Gerade letztere werden ja aktuell immer häufiger angeboten. Meiner Meinung ist dies ein Versuch Katalogprinzipien auf das Medium Internet zu transferieren. Aus meiner Sicht ist dies aber nicht der passende Ansicht. Man könnte genauso gut eine Zeitung im Fernsehen zeigen.

Dem Händler sollte es viel mehr darum gehen, seine normalen Internetseiten derart zu gestalten, dass dort schon die passenden Anreize geschaffen werden.

Multichannel Retail: Unterschiedliche Auffassungen

Auf der Insight E-Commerce war auch der Begriff Multichannel Retail oder Multichannel Unternehmen immer wieder in Vorträgen zu finden. Unstrittig war erstmal, dass Multichannel der Vertrieb über verschiedene Vertriebskanäle und deren Verbindung ist.

Interessant war, dass es anscheinend aber Unterschiede in den Auffassungen gab, was Multichannel ist und was nicht bzw. wer in Zukunft im Multichannel Vertrieb erfolgreich sein wird.

Stephan Schambach, Gründer des E-Commerce On-Demand Lieferanten Demandware, sprach in einem seiner Workshops über die Trends aus den USA. Einer war das Verfolgen einer Multichannel Strategie. Er prophezeite hier den Katalogversendern, die gleichzeitig über das Internet verkaufen, eher trübe Aussichten. Lob und gute Aussichten sah er hingegen für vielen Filialisten. Hier lobte er die Verzahnung zwischen Online- und Offline-Handel, die in Zukunft stärker ausgebaut werden wird. Man konnte ein wenig den Eindruck gewinnen, dass Online- und Offline-Handel hier zwar als unterschiedliche Kanäle wahrgenommen werden, der Katalog aber eher nicht. Zumindest nicht im Sinne einer zukunftsträchtigen Multichannel Strategie.

Eine andere Auffassung konnte man hören, wenn man die Vorträge von Martin Groß-Albenhausen, dem Herausgeber des Versandhausberaters, verfolgt hat. In seinen Vorträgen stößt man immer wieder auf die Bezeichnung des Multichannel Versandhändlers, die sowohl über das Internet als auch einen herkömmlichen Katalog verkaufen. Es wurde deutlich, dass auch in Zukunft ein guter Katalog das Geschäft unterstützen kann. Gerade gut gemachte Kataloge von Spezialversendern (ein Bsp. war Globetrotter) könnten ganz andere Anstösse liefern, als eine normale Webseite.

Es gab also durchaus leichte Unterschiede in den Prognosen. Ich denke alle Kanäle haben ihre Daseinsberechtigung. Wichtig ist, dass die Multichannel Strategie dem Endkunden ein konsistentes Einkaufserlebnis über die verschiedenen Vertriebskanäle bietet. Ist das der Fall, werden sich die verschiedenen Kanäle entsprechend befruchten. Wobei es beim Katalog natürlich dazu kommen kann, dass dieser in entfernter Zukunft durch das sich ändernde Leseverhalten ausläuft.

Insight E-Commerce

Gestern ging die Insight E-Commerce in Jena zu Ende. Zwei Tage gab es Vorträge und in über 40 Workshops wurden verschiedenste Themen rund um E-Commerce und Vermarktung im Internet diskutiert. Am Ende hörte man nur positive Stimmen zur Konferenz und ich möchte mich diesen anschließen: Eine sehr gelungene Veranstaltung, die, wenn sie nächstes Jahr wieder stattfindet, sicherlich noch größeren Andrang produzieren wird.

Ich werde noch ein bis zwei Beiträge folgen lassen, die Themen aus der Konferenz aufgreifen.

Automatisierte Produktempfehlungen kommen gut an

Bei Amazon hat sicher jeder schon mal die persönlichen Empfehlungen entdeckt. Amazon präsentiert dem angemeldeten Benutzer an dieser Stelle Kaufempfehlungen, die sich aus den bisherigen Käufen und angesehenen Artikeln ergeben. Diese bekannten Daten werden mit der Masse der Besucher verglichen, wodurch die entsprechenden Empfehlungen generiert werden.

Amazon Empfehlungen

In der Zeit des Long Tail E-Commerces, in dem Online-Shops immer mehr Produkte in ihr Portfolio aufnehmen, ist die Auffindbarkeit von Produkten eines der wichtigsten Themen. Automatische Produktempfehlungen können hier weiterhelfen. Das diese Form der Hilfe bei Benutzern überwiegend positiv ankommt, zeigt eine Studie von Avenue A | Razorfish, in der die Resultate dieser automatischen Empfehlungen bei US Online-Shoppern untersucht wurden. Gut drei Viertel aller Online-Shopper fanden die Informationen hilfreich. Rund 60% kauften ein Produkt auf Grund einer solchen Empfehlung. Ein Drittel  machte sich Gedanken um die Sicherheit der Daten.

eMarketer: Automatische Produktempfehlungen

Quelle: Avenue A | Razorfish via eMarketer

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