E-Commerce Wachstum geht zurück
Verschiedene Analysten erwarten laut New York Times für dieses Jahr deutlich verhaltenere Wachstumsraten im E-Commerce (inzwischen leider ein Login erforderlich) als die Jahre zuvor. Die Analysten bezeichnen dieses Jahr als Wendepunkt und erwarten für die nächsten Jahre ebenfalls geringere Wachstumsraten. Diese Verlangsamung findet in verschiedensten Sektoren statt, z.B. Bücher, Eintrittskarten, Büroartikel, Kosmetika, Computerteile und Tierzubehör.
Als Gründe werden mehrere Punkte aufgeführt:
- Die bereits hohen Online-Umsätze machen es schwieriger weiterhin so stark zu wachsen.
- Bei den Benutzern ist eine gewisse Internet-Müdigkeit eingetreten, was nicht zu letzt daher kommt, dass eine Vielzahl der Benutzer das Einkaufen am Computer mit Arbeit assoziiert.
- Die Standard für stationäre Ladengeschäfte steigen, so dass Einkaufen in ihnen immer angenehmer wird (freundlicheres Personal, attraktivere Einrichtung). Das Einkaufen in den Filialen wird zum Erlebnis.
- Online-Shops haben sich vom Einkaufserlebnis gleichzeitig kaum weiterentwickelt. Es ist oftmals schlicht und ergreifend langweilig.
Um diesen Problemen entgegenzuwirken gibt es auch schon erste Ansätze. In der New York Times wird es “Clicks-and-Bricks”-Hybrid-Modell genannt. Kunden können sich online Produkte ansehen und im Ladengeschäft zum Abholen reservieren. Das Konzept wurde z.B. von BestBuy und Sears umgesetzt.
Ich würde das ganze noch erweitern auf generell Multi-Channel Retail Konzepte. Die Verbindung von Online- und Offline-Geschäft. Die New York Times berichtet, dass Kunden, die ihre Ware im Ladengeschäft abholen, öfter weitere Produkte zukaufen, als andere. Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Insgesamt kommt man aber zum Schluss, dass das Wachstum weitergeht. Auch wenn es etwas verhaltener ist, liegt es immer noch vor dem Wachstum des Offline-Handels.
Update:
Das “Clicks-and-Bricks”-Hybrid-Modell ist übrigens alles andere als neu. EP:Netshop praktiziert das in Deutschland schon seit zwei Jahren.
Weiterer Link:
Heise – Online-Verkäufe gehen zurück
naja, wenn das wachstum zurückgeht, heisst ja noch lange nicht, dass’ nicht wächst…
und das die entwiklung einen degressiven verlauf haben wird, hat jeder gewusst…
wichtig ist jetzt, neue, innovativere wege des e-commerce zu gehen…
ein beispiel, u etwa die (noch immer herrschende) barriere der online-bezahlung abzuschwächen, wäre, dies mit einer karitativen zusatzleistung zu verbinden, damit das empfundene risiko geringer wird…
hab erst heute einen recht interessanten artikel auf medianet gelesen, wo ein hamburger online-portal den einkauf mit karitativen projekten verbindet und somit diese online-zahlungs-barriere zumindest abschwächt…
hier könnt ihr den ganzen artikel lesen:
http://www.medianet.at/content8239-38.html
Das Konzept des “Charity Shoppings” sieht nicht schlecht aus. Da die Unterschiede zwischen verschiedenen Online-Shop-Angeboten ja verschwindend gering sind, können Kaufentscheidungen durch solche zusätzlichen Anreize sicherlich beeinflusst werden.
Allerdings werden zahlreiche Händler sicher zweimal nachrechnen, ob sich ein Einsatz eines solchen Programms lohnt, da die hohe Konkurrenz ja auch geringere Margen bedeutet.
Das “Charity Shopping” zeigt aber eine deutliche Stoßrichtung an: Reine Einkaufsseiten reichen nicht aus. Es wird mehr gebraucht um Kunden ein Einkaufserlebnis zu bieten und sich von den Ladengeschäften positiv zu differenzieren.
Hab mir den Artikel auf der Medianet-Seite angeschaut, ist recht interessant. Aber so fallweise haben wir die Idee ja in Österreich auch schon gehabt. Bei uns war das aber so, dass man bestimmte Produkte kauft, damit ein Teil es Gewinns (wird in Summe genannt) zB der Krebshilfe zugute kommt. Ich erinnere mich da an so eine Aktion bei Einkaufstaschen, es gab aber in den letzten Jahren noch einige solche Aktionen. Ich muss aber zugeben, dass sie immer nur für begrenzte Zeit auftreten und ziemlich selten sind. Schade.
Mir ist beim Lesen gerade noch eine Seite eingefallen, die E-Commerce mit etwas Gutem verbindet: http://www.nature-rings.de. Dort werden Tierstimmen als Klingeltöne gegen Spenden an verschiedene Naturschutzprojekte (z.B. “Kenias Küstenwald” und “Aktion Willkommen Wolf!”) angeboten.
Im Einzelhandel gab es ja auch ab und an ähnliche Aktionen. Spontan fallen mir solche von Brauereien ein, bei denen Fußballplätze gebaut oder Regenwaldstücke geschützt wurden. Wobei sich diese Aktionen im Gegensatz zu nature-rings.de teilweise als Mogelpackung herausstellten.
Bei einem größere Online-Händler ist mir aber eine solche Aktion noch nicht bekannt. Mal sehen, wann der Erste mit einer solchen Aktion kommt. Wäre bestimmt keine schlechte PR-Maßnahme um sich von Konkurrenten abzusetzen.
es geht aber darum, wie und in welchem maße diese neuen richtungen kommuniziert werden…
wenn man über den rückfall des e-commerce diskutiert, sollte man auch erwähnen, dass es im laufe der zeit so viele innovative konzepte gegeben hat, die jedoch nie bemerkt wurden…
zb…nature-rings.de, oder die hamburger online-plattform…diese sind nur gesprächsstoff jener, die FACHzeitungen lesen…zugegeben, sie gehören zu den opinion leadern…
um die möglichkeiten des e-commerce der breiten masse verständlich zu machen, sollte man entweder mehr fachzeitungen lesen, oder die thematik in den herkömmlichen tageszeitungen publiziert (letzteres scheint auf grund medienpolitischer entscheidungen nicht realistisch zu sein)
Ich gebe dir Recht, dass ein Großteil der Konzepte und Innovationen im E-Commerce bisher nicht in der breiten Masse der Internetnutzer angekommen sind.
Aber wird die Zeit dieses Problem nicht allmählich lösen?
Die Menschen beschäftigen sich immer mehr mit dem Internet. Wenn erstmal gewisse Grundbedürfnisse befriedigt sind und sie sich sicher fühlen im Netz, werden sie zunehmend nach weiteren Möglichkeiten Ausschau halten. E-Commerce gehört dazu.
Und wahrscheinlich werden dann auch die Massenmedien weiter auf den Zug aufspringen.
das internet gibts so richtig seit wann?…anfang 90er?
wenn die massenmedien noch immer nicht (oder halt langsam) begreifen, was für möglichkeiten es im e-commerce noch gibt, würd die sache ganz anders ausschauen…
zb die bekanntmachung von blogs, foren und anderen kommunikationsplattformen wird in den massenmedien meiner meinung nach zu selten behandelt…
was übrig bleibt, sind fachzeitungen/zeitschriften, die deise sachen thematisieren…
aber na immerhin etwas…
die gefahr ist, dass man nur im geschäftsbereich (eben bstseller, wirtschaftsblatt, medianet,…) durch business-abos informiert wird…
ich würd mir halt wünschen, wenn auch die breite masse (wie etwa in uk, aber auch in den usa) mehr in richtung fachwissen tendieren würde…
Unglaublich, was es alles an Ideen gibt, wie man etwas verkaufen kann.
“Charity shoping” klingt gut, und die nature-rings sind niedlich.
Das sind für mich auch Zeichen, dass so genanne Social Corporat Responsibility (das schon lange an diversen Business Schools gelernt wird und auch langsam in Unternehmenskulturen ihren Platz findet), sich auch in der Bewusstsein der Massen eindringt. Hoffentlich, bekommen wir mehr davon zu sehen.
Was die Fachzeitschriften betrifft, denke ich, dass gerade in Deutschsprachigem Raum man hoch vieles nachholen kann.
Die Zeitungen, die berndt erwähnt, möchte ich mir mal anschauen, ob sie wirklich so professionell und gründlich ist (habe mir gerade medianet online angeschaut, aber das ist offensichtlich nicht die ganze Version, kann ich sie im Trafik kaufen?). Da möchte ich gerne sehen, was für wertvolle Informationen drinnen sind.
Ansonsten hast du Recht: es wäre toll, wenn man, z.B die Bevölkerung mehr über Blogs aufklären würde…Ich muss noch immer fast jeden erklären was das ist
Ich glaub ansich nicht, dass man der breiten Bevölkerung jede Art von Fachzeitschrift geschmackig machen kann, weil man ja doch nur bestimmte, sehr begrenzte Interessen hat. Also entweder ich hab ein persönliches Interesse an etwas oder ein Berufliches. Für die beiden Bereiche könnte man sich dann auch für Fachzeitschriften interessieren. Aber wenn jemand in beiden Bereichen keine Fachzeitschrift benötigt, weil er/sie zB beruflich an der Kassa sitzt und persönlich /(hobbymäßig) am liebsten fernsieht, dann kannst diesem Menschen noch so viele Fachzeitschriften vorstellen, er wird sich nicht für sie interessieren.
@miriam…unter ‘fachzeitungen/zeitschriften’ wollt ich eigentlich die zeitungen mehr betonen…
bei zeitschriften liegt der fokus schon bei spezialthemen, deshalb kommen sie ja auch wöchentlich/monatlich heraus…
bei fachzeitungen aber finds so viel rubriken, dass du für dich persönlich 2-3 lesenswert findest…eine gute tägliche fachzeitung sollte zumindest den it-, automobil-, retail- und finanzbereich abdecken…
Meiner Wenigkeit ist der Artikel über das “Charity Shopping” ,als er in Medianet erschien, auch in starker Weise ins Auge gefallen (ich gehör da noch eher zur alten Schule und besitze ein Abo
)
Ich halte das ja an sich genauso für eine schätzenswerte Idee… seid ihr schon mal dort gewesen um euch zu erkundigen was da für Artikel angeboten werden?!
Alles in allem, was den “emotionalen individuellen Kaufanreiz hinter dem Einkauf betrifft, sicher ein gute Angelegenheit… das Produktsortiment aber könnte doch noch einen “geringfügigen” Erweiterungsschub vertragen…
http://www.thecareclub.org/
möglicherweise steht diese Entwicklung aber auch im Zusammenhang mit folgender.
egal – aber dennoch Interessant wie das weibliche Geschlecht, das männliche in Sachen Shopping Lust auch im Virtuellen überholt
http://www.medianet.at/content8777-38.html
ich glaube, dass man vor allem durch das internet die verschiedenen zielgruppen viel effizienter selektieren kann. mir fällt auf, dass bis jetzt auf viel zu wenig geschlechterspezifische unterschiede im online-konsum geachtet worden ist.
hier steckt definitiv noch sehr viel potential.
@anden…danke für den interessanten ersten link, den medianet link kenn ich ja bereits.
du, als angehöriger der alten schule bist mir hoffentlich nicht böse, wenn ich diverse artikel über das internet konsumiere.
Die Zielgruppenspezifik oder auch die Personalisierung der Angebote im Netz wird sicherlich noch stark zunehmen. Shops für alte und junge, große und kleine, Frauen und Männer usw. Die Krönung ist der Shop, der jedem sein persönliches Angebot präsentiert.
Den geschlechterspezifischen Unterschied hat man teilweise übrigens schon erkannt. Ein gutes Beispiel ist der Vista-Client von Otto. In diesem wird nur Kleidung für Frauen verkauft, da man davon ausgeht, dass Männer mit der Art der Präsentation nicht viel Anfangen können.
[...] Zahlen zur Entwicklung des B2C E-Commerce in Europa von 2006 bis 2011. Nachdem vor einiger Zeit Analysten für die USA schon einen deutlichen Rückgang der Wachstumsraten im E-Commerce prognostizierten, ist auch bei den von eMarketer geschätzten Werten ein Rückgang [...]