Archive for Oktober, 2008

Mindestbestellwert

Zunächst mal ein kleiner Exkurs. Gestern habe ich den Wind genutzt, um mal wieder meinen Lenkdrachen steigen zu lassen. Leider hat ein kleiner Junge einen anderen Drachen losgelassen und dieser hat sich im Flug in meinen Schnüren verfangen. Das Ergebnis war, dass eine der beiden Schnüre unter der Last gerissen ist. Was macht man also, wenn es lokal keinen entsprechenden Laden gibt? Man sucht im Internet.

Ich muss sagen, die Auswahl an guten Online-Shops für Drachenzubehör im Netz hält sich noch ziemlich in Grenzen. Meinen ersten Versuch habe ich gestern dann bei Flying Colors gemacht. Der Shop hatte den Vorteil, dass ich schon das Ladengeschäft kenne und dort bereits eingekauft habe. Ein durchaus gut gemachter Shop und es gibt die Möglichkeit per Rechnung oder Paypal zu bezahlen (die direkte Kreditkartenzahlung hat mich nicht 100% überzeugt – konnte auf die Schnelle nicht erkennen, ob ein Dienstleister dahinter steht). Also neue Schnüre für 18 Euro in den Warenkorb gelegt und zur Bezahlung. Versandkosten von 5 Euro sind auch noch im Rahmen (hatte ich vorher extra nachgelesen). Als ich dann allerdings zur Seite mit der Auswahl der Versandmethode kam, stand dort bei den Versandkosten 10 Euro. Nach ein wenig nachforschen habe ich dann entdeckt, dass es einen Mindestbestellwert von 25 Euro gibt und für kleinere Mengen ein Mindermengenzuschlag von 5 Euro verlangt wird (im Laufe des Abends habe ich noch einen weiteren Shop entdeckt, bei dem man unter 25 Euro gar nicht erst zur Kasse gehen konnte).

Bestellt habe ich dann bei Jay-Lee’s. Technisch und gestalterisch fällt dieser Shop zwar gegenüber dem vorher genannten eindeutig ab, aber die Produkttexte sind sehr gut, die Versandkosten auch noch im Rahmen (6 Euro), man kann auch per Rechnung bezahlen und es gibt keinen Mindestbestellwert.

Nun also zurück zum Titel des Beitrags. Warum gibt es einen Mindestbestellwert? Der Sinn dahinter ist, dass sich Bestellungen meist erst ab einer bestimmten Warenkorbgröße lohnen. Unterhalb dieses Schwellwertes sind die Kosten für den Versand der Bestellung (Ware kommisionieren, verpacken, versenden) zu hoch. Eigentlich verständlich.

Allerdings sollte man genau abwägen, wo diese Grenze liegen sollte, denn der Kundenbindung dient sie nicht. Man sollte sich also schon fragen, ob man nicht bei manchen Bestellungen zum Wohle des Kunden auch mal einen minimal negativen Deckungsbeitrag akzeptiert. Der Kunde wandert dann nicht zur Konkurenz ab, wird sicherlich auch mal mehr kaufen und gutes darüber erzählen.

Meine Erfahrungen mit der Drachenschnur ist hier ein Beispiel. Klar möchte der Shop nur ungern jeden 1,50 Euro Artikel (z.B. einzelne Carbon-Stangen) einzeln versenden. Die Schnur ist aus meiner Sicht aber durchaus schon ein höherpreisiger Artikel. Und vielleicht könnte es auch interessant sein, dem Kunden es zu ermöglichen seine einzelne Ersatzstange zu bestellen, wenn dadurch die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er auch seinen nächsten Drachen wieder im Shop kauft.

Ich habe heute auch mit einem Kollegen gesprochen und er hat mir ein anderes Beispiel genannt, wo ich sofort zustimmen würde, dass der Mindestbestellwert sinnvoll ist: In einem Textilgeschäft wurden vor Einführung des Mindestbestellwertes immer wieder nur einzelne Paare Socken gekauft.

Vermutlich kommt es sehr stark auf die Warengruppen an, ob sich ein Mindestbestellwert lohnt oder nicht. Bei Spezialversändern mit anspruchsvoller Kundschaft würde ich eher dazu tendieren keinen Mindestbestellwert zu erzwingen. Denn einmal überzeugt, wird diese Kundschaft schnell zu Stammkundschaft, die auch höherwertige Artikel kauft.

Bei Massenware, wie z.B. Socken, verstehe ich schon eher, dass man einen Mindestbestellwert einführt. Hier kann man auch schneller mal ein zweites Paar dazu bestellen (was soll ich z.B. mit zwei Paar Schnüren für meinen Lenkdrachen oder ein paar Carbon-Stangen, die ich nicht benutzen kann).

Berichte über Hagebau und Internationalisierung beim Kundentag

Gestern war in Jena mal wieder Kundentag. Da ich diesmal nicht präsentieren musste, konnte ich mich diesmal voll auf die angebotenen Vorträge konzentrieren. Am interessantesten dabei natürlich die Präsentationen von Händlern.

Higlight Nummer 1 war ein B2B Vortrag. Einer der Gäste sprach über die Erlebnisse, die man bei der Einführung eines E-Commerce Systems in mehreren Sprachen und fast 50 Ländern hatte – Internationalisierung in Perfektion also. Hier einige Erkenntnisse:

  • Die Laufweiten von Sprachen sind ziemlich unterschiedlich, was design-technisch zu zahlreichen Problemen führen kann.
  • Bei mehreren Sprachen endet ein Übersetzungprozess, der auf Word-Dokumente baut, schnell im Chaos.
  • In Südamerika ist das Designverständnis für Webseiten schon mal anders, so dass lokale Anpassungen im Corporate Marketing schon mal verzweifeln können.

Natürlich gab es noch eine Menge weiterer Probleme, die für die Internationalisierung gelöst werden mussten. Aber letzten Endes konnten mit der Enfinity Suite 6 alle gelöst werden.

Highlight Nummer 2 war der Vortrag über den Online-Shop des Jahres 2008: Hagebau. So wurde berichtet, wie man von vornherein Channel-Konflikten entgegen gewirkt hat, schließlich hat man mit den Filialen, dem Online-Shop und einem Katalog gleich drei Vertriebskanäle. Ein wesentlicher Punkt ist, dass man durchaus unterschiedliche Produktsortimente in den verschiedenen Kanälen hat. Im Online-Shop gibt es z.B. von zahlreichen Produkten eine weitaus größere Anzahl an Varianten, da man in den Filialen natürlich eine begrenzte Ausstellungsfläche hat. Gleichzeitig sind andere Produkte nur in Filialen erhältlich – bei Baustoffen macht Versandhandel nicht wirklich Spaß. Neben den unterschiedlichen Produktsortimenten nutzt man den auf Google Maps basierenden Storefinder im Online-Shop  und zahlreiche Hinweise in den Filialen um Besucher auf die verschiedenen Kanäle hinzuweisen. Über die zahlreichen Web2.0-Funktionen haben ich ja auch schon früher mal berichtet. Mit diesen versucht man das Einkaufserlebnis für den Käufer zu erhöhen.

Und eine Erkenntnis zum Schluss: Der Anteil der weiblichen Besucher auf der Hagebau-Seite ist höher als man denkt. Ich sage nur: Gartenartikel.

Um mich mal der offiziellen Pressemitteilung anzuschließen: Der Kundentag war mal wieder sehr interessant.

Fehler in der Bestellseite

Ich habe diese Woche mal wieder etwas im Hagelshop bestellt. Verkauft werden dort allerhand Pflegeprodukte für die Haare.

Im Bestellprozess viel mir dann eine fehlerhafte Berechnung im Warenkorb auf (siehe Screenshot). Der Gesamtpreis und der Bruttobetrag müssten in diesem Fall eigentlich gleich sein. Wie man allerdings auf den im Bestellprozess gezeigten Betrag gekommen ist, ist mir schleierhaft. Die Abweichung ist zwar nur marginal, aber es macht keinen guten Eindruck. Wenn ich nicht schon mehrere Male bei dem Shop bestellt hätte, hätte ich hier wahrscheinlich abgebrochen. Während der Kreditkartenzahlung wurde mir dann wieder der richtige, höhere Betrag angezeigt.

Ich war dann so frei und habe den Screenshot auch an den Support des Hagelshops geschickt, mit dem kurzen Statement, dass da wohl etwas nicht stimmt mit der Berechnung der angezeigten Preise. Eine Antwort habe ich auch bekommen: “Es ist ein Fehler in der Anzeige und meinem Paket geht es gut.”

Da bin ich ja beruhigt!

Das Paket ist dann heute auch angekommen.

Fazit Versandhandelskongress und Mail Order World

Letzte Woche war also wieder der Versandhandelskongress und die Mail Order World in Wiesbaden.

Vom Kongress habe ich leider nur wenige Vorträge mitbekommen.

Vincent Terradot von Raja, einem großen Verpackungsmittelversand aus Frankreich, habe ich gesehen. Er hat über den Erfolg und die Entwicklung von Raja gesprochen. Interessant war aus meiner Sicht nur, wie Raja Stück für Stück internationalisiert hat.

Anschließend konnte ich den Vortrag von Jane Judd von Zappos.com hören. Eigentlich verkauft Zappos hauptsächlich Schuhe. Man hat sich aber sehr stark auf den Kundenservice konzentriert und das gesamte Unternehmen daran ausgerichtet. Daher spricht man bei Zappos intern auch davon, dass man eigentlich primär ein Kundenserviceunternehmen ist. Durch Zufall verkauft man Schuhe, man könnte mit den gleichen Prinzipien aber auch jedes andere Produkt verkaufen. So zumindest das Selbstverständnis.

Spannend war dann noch der Vortrag von Fahrrad.de-Geschäftsführer Marius Köhler. Er hat über Wachstumsstrategien von Fahrrad.de gesprochen. Ein wichtiger Punkt war das Management der Supply-Chain. So hat man innerhalb kurzer Zeit die Anzahl der Produkte im Shop vervierfacht gleichzeitig aber den Warenbestand im Lager nur um zehn Prozent erhöht. Möglich ist das durch eine engere Einbindung der Lieferanten. Eine weitere Strategie war der Aufbau der Community. Verschiedenste Möglichkeiten für Kunden sich einzubringen (Bewertungen, Rezensionen, Forum, Videos, Blogs) haben Fahrrad.de letztes Jahr auf dem Versandhandelskongress schon den Titel des Online Shop des Jahres eingebracht. Im Vortrag wurde ein wenig darüber berichtet, wie man gute Beiträge durch die Vergabe von Bonuspunkten, die widerum im Online-Shop eingelöst werden können, incentiviert. Fahrrad.de nimmt hier aktiv Geld in die Hand, um die Community zu fördern und es scheint zu fruchten.

Apropos Online Shop des Jahres. Auch dieser Titel wurde dieses Jahr wieder auf dem Versandhandelskongress vergeben. Gewonnen hat dieses Jahr Hagebau. Was ich nochmal in einem gesonderten Post aufgreifen werde.

Auf der Mail Order World fand man dann alles, was man für einen guten Online Shop oder auch für den Versandhandel braucht. Vom Online-Shop, über Versandhandelssysteme und Zahlungsanbieter bis zum Logistikdienstleister war alles vertreten. Wobei ich das Gefühl hatte, dass weniger Besucher als im Vorjahr auf der Messe unterwegs waren. Provokant könnte man sagen, dass es entweder am sterbenden Versandhandel oder am bevorstehenden langen Feiertagswochenende lag. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur getäuscht.

Update Peter Fox 1.1



Auf Spiegel Online habe ich gelesen, dass Pierre Baigorry, manch einem bekannt als einer der Sänger der Gruppe Seeed, unter dem Namen Peter Fox ein Soloalbum herausgebracht hat. Alles was ich bis jetzt gehört habe, klingt gut. Wahrscheinlich muss mir mal die CD bestellen.

Morgen dann ein Update vom Versandhandelskongress.