Archive for November, 2008

Nach langer Planung eröffnet Lidl einen Online-Shop

Gerüchte, dass Lidl online verkaufen möchte, gab es ja schon lange und zwischendrin gab es ein kurzes und nicht ganz glückliches Intermezzo mit einem Kanu-Shop. Jetzt ist es aber endlich soweit und Lidl ist online mit einem richtigen Online-Shop.

Verkauft wird, wie auch bei anderen Shops aus der gleichen Branche, überwiegend Aktionsware. Das Fulfillment hierfür scheint die Ideal Solution aus Heilbronn zu machen.

Vom ersten Blick erinnert die Aufmachung mit den Themenwelten ein wenig an Tchibo. Wobei Lidl wesentlich schlichter daher kommt. Ein klein wenig Innovation bringen die Social Bookmarking Funktion für Produkte und ein paar AJAX-Funktionalität (z.B. Slide-Effekt, wenn man vom großen Bild in Produktdetailseite wieder auf das kleine schaltet). Ansonsten bringt er, passend zu den Lidl-Filialen, eher Hausmannskost.

Ohne Javascript lässt sich in dem Shop nicht bestellen, was heutzutage nicht schlimm ist, aber es soll noch Leute geben, die damit ein Problem haben. Suchmaschinen könnten sich an dem Meta-Redirect beim Aufruf der Domain stören.

Welche Software hinter dem Lidl-Shop arbeitet, ist mir nicht bekannt. Das Muster der URL kenne ich bisher noch nicht (zahlreiche @-Zeichen als Trenner für Parameter).

Insight E-Commerce

Letzte Woche fand in Jena jetzt schon das zweite Mal die Insight E-Commerce statt. Alexander hat eigentlich schon fast alles gesagt, was es zur Konferenz zu berichten gab. Nur einen Vortrag hat er leider verpasst, da er im parallelen Track lief: “Versandhandel Go East – Wozu?” von Dr. Jan Thieme.

Dr. Thieme zeigte zunächst auf, warum Menschen überhaupt im Versandhandel kaufen. Aus seiner Sicht gibt es vor allem zwei Punkte:

  • Anonymität: Wie sagt er so schön: “Es gibt z.B. Frauen, die ein Problem haben, in einem Ladengeschäft ein Kleid anzuprobieren, in dem sie dann vielleicht aussehen wie in eine Wurstpelle gepresst.”
  • Kaufen auf Kredit: Ein Prinzip, dass die großen Versandhändler perfektioniert haben. Man kann fast alles sehr einfach auf Kredit kaufen.

Mehr bedeutende Punkte gibt es nicht. Nach dieser kurzen Einführung erklärte er, warum das Potenzial in Osteuropa aktuell noch ziemlich beschränkt ist. Hier ließ er vor allem zwei Gründe erkennen: Die Kaufkraft ist in den meisten Ländern immer noch sehr gering und in den Länder, wo sie relativ gut ist, gibt es einfach zu wenig Kunden (z.B. die Tschechische Republik oder die baltischen Staaten).

Er sieht es daher als kaum verwunderlich an, dass die meisten großen deutschen Versandhändler in Osteuropa noch nicht vertreten sind. Eine Ausnahme bildet hier die Quelle, die in den meisten osteuropäischen Ländern Niederlassungen betreibt. Den Hintergrund dieses Engagements sah Dr. Thieme allerdings eher in der Story für die Börse als in einem profitablen Geschäft.

Alles in allem ein wirklich herausragender Vortrag, der übrigens im Gegenzug zu allen anderen Vorträgen komplett ohne technischen Schnick-Schnack wie Beamer, Computer, Powerpoint auskam.

Wenn Konsumenten weniger ausgeben …

… können Online-Shops davon profitieren.

Dies zeigt eine Umfrage von Comscore unter US-Konsumenten im Juli diesen Jahres. Gefragt wurden Konsumenten, die ihre Ausgaben senken wollten, nach ihren Strategien um dies umzusetzen.

Klar waren die Hauptanworten, dass man weniger oft einkaufen gehen würde und nur noch das Notwendigste kaufen würde. Interessant ist aber, dass 25% einfach mehr online einkauft um dort bessere Preise zu erzielen.

Also keine Finanzkrise für Online-Shops sondern nur im stationären Handel?