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Amazon macht iTunes Konkurrenz

Amazon plant fleissig an einem Download-Portal für Musik. Und nachdem Apples iTunes letzten Monat zusammen mit EMI DRM-freie Musikdownloads ankündigte, möchte Amazon dem in nichts nachstehen. Amazon setzt komplett auf das MP3-Format. Alle Stücke werden ohne DRM-Schutz ausgeliefert und werden kompatibel zu allen Musikplayern sein.

Gerade die kompatibilität war bis jetzt ja bei vielen Download-Portalen ein Manko. Einen Haken hat die Ankündigung aber: Das Portal wird zuerst nur in den USA verfügbar sein.

Wie dem auch sei, auch Amazon setzt ein klares Signal für neue Wege im Musikvertrieb ohne DRM. Wer wird der Nächste sein? Werden neue Vertriebsformen für digitale Musik folgen?

(via Spiegel Online)

Musik im Abo

Heise schreibt heute, dass die Plattenlabels aktuell mit Apple über künftige Konditionen verhandeln. Dabei scheint ein favorisiertes Modell von Seiten der Plattenindustrie das Musik-Abo zu sein (für Napster ist es ja das aktuelle Geschäftsmodell). Der Kunde zahlt also eine monatliche Gebühr und darf dafür unbegrenzt Musik hören. Die Stücke können aber nur so lange gehört werden, wie ich meine monatliche Gebühr bezahle (dank DRM). Ob ein solches Modell nun die Lösung für die Musikindustrie oder der mutige Schritt von EMI wird man sehen. Ich denke, da ist noch Luft für alternative Konzepte.

Ich frage mich zumindest gerade, was ich bereit wäre für ein Musik-Abo zu bezahlen, wenn ich davon ausgehe, dass ich innerhalb des Abos tatsächlich alle Stücke auf iTunes nutzen könnte. Vom Gefühl her liegt meine maximale Zahlungsbereitschaft zwischen 5 und 10 Euro pro Monat.

Rekordjahr für Musik-Downloads

Und noch ein paar Zahlen vom BITKOM. Nach dem ich gestern schon den mutigen Schritt von EMI kommentiert habe, fand ich heute die Ankündigung, dass 2007 ein neues Rekordjahr für Musik-Downloads in Deutschland werden wird. Bei einem prognostizierten Umsatz von über 60 Millionen Euro in 2007 wird es voraussichtlich mehr als 100.000 Downloads pro Tag geben.

Auch beim BITKOM ist man der Meinung, dass ein Verzicht auf einen Kopierschutz, “einen grundlegenden Richtungswechsel beim Online-Vertrieb von Musik einläuten” wird.

Unter diesen Voraussetzungen und dem Fakt geschuldet, dass der Online-Vertrieb von Musik in einem doch recht frühen Marktstadium in Deutschland, ist die Vorhersage eines neuen Rekordes allerdings in meinen Augen nicht wirklich eine Kunst.

Den Mutigen gehört die Welt!

Ein Thema, dass im E-Commerce immer wichtiger wird, ist der Handel mit digitalen Gütern (Musik, Software, Bilder, Filme). Bisher gibt es insbesondere beim digitalen Vertrieb von multimedialen Inhalten zahlreiche Barrieren insbesondere durch Digital Rights Management (DRM).

Nachdem Steve Jobs ja bereits Anfang Februar vehement seinen Wunsch nach nach einem schrankenlosen Handel von Musik – ohne Kopierschutz und DRM – kundgetan hat, hat er jetzt in EMI den ersten Musikkonzern gefunden, der diesen Schritt wagt.

Das ist seit langem die erste zeitgemäße Nachricht, die aus der Musikindustrie bzgl. des Vertriebs von Musik über das Internet zu vernehmen ist. EMI ist anscheinend der erste Konzern, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und mutig voran schreitet.

Die kopierschutzfreien Musikstücke werden ab Mai zunächst nur über iTunes zu haben sein. Der Käufer muss einen geringen Aufpreis für die entsprechenden Stücke bezahlen, bekommt dafür aber auch eine bessere Qualität.

Trotzdem ich einen iPod mein Eigen nenne, habe ich bisher noch keine Titel über iTunes bestellt. Das habe ich nicht zu letzt bisher deshalb nicht getan, weil die Stücke alle mit einem DRM versehen sind. Mit dem Wegfall des DRMs werde ich sicherlich das eine oder andere Stück von EMI bei iTunes kaufen.