Archive for the 'E-Commerce' Category

Otto trotzt der Krise

otto_logoAuf einer Pressekonferenz gab Otto bekannt, dass man trotz der Wirtschaftskrise das Umsatzniveau im aktuellen Geschäftsjahr gegenüber dem vorherigen halten könne (ca. 1,7 Millarden Euro). Den größten Anteil daran hat der E-Commerce: 850 Millionen Euro hat Otto demnach online umgesetzt, was einem Wachstum zwischen 35 und 38 Prozent entspricht.

Der Trend setzt sich also fort: Der Katalog entwickelt sich mehr und mehr vom Umsatztreiber zum bebilderten Begleitheft. Die Umsätze werden im Versandhandel online gemacht. Die schwächelnde Wirtschaft scheint diese Entwicklung zu beschleunigen.

Der Digitale Kanal als Wachstumsmaschine für den Versandhandel

Bei Slideshare habe ich gerade eine interessante Präsentation gefunden, die anscheinend zur Shop.org 2008 von Kelly Mooney (Resource Interactive) gehalten wurde. Er fasst darin eine ganze Menge Statistiken und ein paar Feature-seitige Wachstumstreiber für den E-Commerce zusammen. Nicht weltbewegend, aber gut illustriert.

The Digital Channel: Retail’s Growth Engine

Wegen Überfüllung geschlossen?

Auch ein Online-Shop kann durchaus mal zu voll sein. Dies kann z.B. das Resultat einer unerwartet hohen Response auf eine Aktion sein oder wenn der Shop stetig gewachsen ist und nicht erweitert wurde. Dabei wird die Software meist erst immer langsamer. Die Antwortzeiten gehen in die Höhe. Dann kommen erste Timeouts dazu, bis dann schließlich gar nichts mehr geht. Um das Ganze sich dann wieder beruhigen zu lassen, kann man dann z.B. den Shop schließen. So gesehen bei Neckermann im Mai letzten Jahres (siehe Screenshot).

ueberfuellt

Den Shop einfach so zu schließen, ist natürlich denkbar ungünstig, da dem Händler dadurch natürlich Umsätze entgehen. Da hilft nur Vorsorge zu betreiben. Z.B. in dem man die Last auf den Systemen überwacht und eventuell auch mal einen Lasttest durchführt. Und dann sollte man natürlich die Entwicklung der Besucherzahlen beobachten und versuchen potenzielle Spitzen zu antizipieren.

Manchmal hilft das aber alles nicht. Dann heißt es halt wieder “Wegen Überfüllung geschlossen!”.

Entwicklung der US E-Commerce Umsätze 2007 bis 2012

Habe gerade eine Prognose von eMarketer für die US E-Commerce Umsätze von 2007 bis 2012 gefunden. Demnach schätzt eMarketer, dass der US E-Commerce 2009 nur um 4,1% wachsen wird. Und auch in den kommenden Jahren wird das Wachstum trotz leichter Erholung nicht mehr in den zweistelligen Bereich gehen.

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Das Wachstum an sich geht aber zumindest weiter.

Geschenklisten

In zahlreichen Shops gibt es inzwischen die Möglichkeit eine Geschenkliste anzulegen, z.B. eine Hochzeitsliste, wo Besucher einer Hochzeit entsprechende Geschenke ordern können. Heute habe ich eine Statistik gefunden, die zeigt, dass sich solche Listen durchaus lohnen können. Laut Compete (via eMarketer) haben bei den Top-Seiten, bei denen Hochzeitslisten angelegt werden,  durchschnittlich 10% der Nutzer, die eine solche Hochzeitsliste ansahen, auch etwas davon gekauft. Die Conversion Rate war damit wesentlich höher, als bei sonstigen Nutzer (auf den Seiten bei ca. 5%).

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Die Wunschlisten können also die Konversion erhöhen.

Verspäteter Rückblick zum E-Commerce 2008

Zwar verspätet aber nicht zu spät starte ich mit einem kurzen E-Commerce Rückblick in das neue Jahr.

Aus meiner Sicht haben zwei Themengebiete das Jahr 2008 besonders bestimmt: Live Shopping und Shopping Clubs.

Das Thema Live Shopping war dieses Jahr in aller Munde. Selbst das Fernsehen und Spiegel Online berichteten darüber. Dies macht sich nicht zu letzt an der Menge der Angebote aus diesem Bereich bemerkbar: Myliveshopping listet aktuell 39 Seiten. Und es gibt noch mehr. Auch immer mehr große Händler entdecken dabei das Live Shopping als interessanten Absatzkanal, so z. B. Quelle, MyBy, Mindfactory und Alternate. Allerdings musste auch einer der Vorreiter im Live Shopping die Segel streichen: Schutzgeld.de ging in Rente. Insbesondere für bestehende Versandhändler scheint das Konzept weiterhin interessant und ausbaufähig. Der Anteil im Live Shopping wird wohl 2009 weiterhin stark wachsen.

Auch die Shopping Clubs machten 2008 einen Schritt aus dem Nischendasein und finden immer mehr Anhänger. Vorreiter in Deutschland ist wohl Brands4friends, die für ihr Angebot auf dem Versandhandelkongress mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wurden.

Das waren natürlich nicht die einzigen Themen in 2008. Im Modebereich zeigte sich, dass weiterhin mehr Marken dazu tendieren, im Internet direkt zu verkaufen. So wagte Hugo Boss erste Schritt im E-Commerce mit einem Shop in UK und C&A eröffnete nach einigen Jahren Abstinenz ebenfalls wieder einen Online-Shop.

Zahlenmäßig war 2008 natürlich wieder ein E-Commerce Rekordjahr. So vermeldete der bvh erstmals mehr Bestelleingänge über das Internet als über alle anderen Kanäle. Und auch die Umsätze stiegen weiter an:

Umsätze mit Waren und Dienstleistungen 2008: 19,3 Mrd. Euro (+ 15%)
Umsätze mit Waren 2008: 13,4 Mrd. Euro (+ 23%)
Umsätze mit Bekleidung, Textilien, Schuhen 2008: 4,6 Mrd. Euro (+ 18%)

Soviel zu 2008. Freuen wir uns auf ein spannendes Jahr 2009.

Steigende Online-Umsätze zu Weihnachten

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) hat am Wochenende die Ergebnisse einer Mitgliederumfrage zum Weihnachtsgeschäft 2008 bekanntgegeben. Demnach werden in Deutschland dieses Jahr Waren im Wert von 5,7 Millarden Euro im Versandhandel bestellt, was einem Wachstum von 3,7 Prozent entspricht. Während die Umsätze über die herkömmlichen Versandhandelskanäle weiter stark rückläufig sind, ist der Online-Handel weiterhin stark am wachsen. In der Weihnachtszeit wird dieses Jahr online ein Umsatz in Höhe von 2,7 Millarden Euro erwartet (+ 23%).

bvh Weihnachtsgeschäft

bvh Weihnachtsgeschäft

Besonders gefragt sind zu Weihnachten Bücher, CDs, DVDs, Unterhaltungselektronik, Schmuck, Spielwaren und Parfum.

Sehr interessant sind auch die Zahlen für das gesamte Jahr 2008. Hier rechnet der bvh mit einem Versandhandelumsatz von 28,6 Mrd Euro (+3,7%). Wobei 46,9% der Erlöse (2007: 39,5%) online erzielt wurden und über die Hälfte (51%; 2007: 48%) aller Bestellungen online aufgegeben wurden. Der Online-Umsatz wird damit dieses Jahr den (nach bvh-Zählung) Rekordwert von 13,4 Mrd Euro erzielen.

Zahlungsmethoden in Deutschland

Die Bitkom hat aktuell eine Pressemeldung zu den in Deutschland im E-Commerce genutzten Zahlungsmethoden veröffentlicht. In der Umfrage von Bitkom und Forsa wurden Internetnutzer gefragt, mit welchen Zahlungsmethoden sie schon mal einen Online-Kauf bezahlt haben.

Ganz oben auf der Liste stehen die Bezahlung per Rechnung und per Vorkasse. Jeweils 31% Prozent der Befragten haben die Methoden bereits genutzt.

Es folgen die Bezahlung per Einzugsermächtigung (18%) und Nachnahme (16%). Per Kreditkarte haben erst 15% der Befragten bezahlt. Internetbezahlsysteme wie Paypal, T-Pay und Click&Buy wurden von 11% genutzt.

Mich wundert ein wenig, dass die Bezahlung per Kreditkarte nur so gering genutzt wurde und nur kaum mehr Zuspruch fand als die Internetbezahlverfahren. Ich bezahle online eigentlich ausschließlich mit Kreditkarte.

Nach langer Planung eröffnet Lidl einen Online-Shop

Gerüchte, dass Lidl online verkaufen möchte, gab es ja schon lange und zwischendrin gab es ein kurzes und nicht ganz glückliches Intermezzo mit einem Kanu-Shop. Jetzt ist es aber endlich soweit und Lidl ist online mit einem richtigen Online-Shop.

Verkauft wird, wie auch bei anderen Shops aus der gleichen Branche, überwiegend Aktionsware. Das Fulfillment hierfür scheint die Ideal Solution aus Heilbronn zu machen.

Vom ersten Blick erinnert die Aufmachung mit den Themenwelten ein wenig an Tchibo. Wobei Lidl wesentlich schlichter daher kommt. Ein klein wenig Innovation bringen die Social Bookmarking Funktion für Produkte und ein paar AJAX-Funktionalität (z.B. Slide-Effekt, wenn man vom großen Bild in Produktdetailseite wieder auf das kleine schaltet). Ansonsten bringt er, passend zu den Lidl-Filialen, eher Hausmannskost.

Ohne Javascript lässt sich in dem Shop nicht bestellen, was heutzutage nicht schlimm ist, aber es soll noch Leute geben, die damit ein Problem haben. Suchmaschinen könnten sich an dem Meta-Redirect beim Aufruf der Domain stören.

Welche Software hinter dem Lidl-Shop arbeitet, ist mir nicht bekannt. Das Muster der URL kenne ich bisher noch nicht (zahlreiche @-Zeichen als Trenner für Parameter).

Insight E-Commerce

Letzte Woche fand in Jena jetzt schon das zweite Mal die Insight E-Commerce statt. Alexander hat eigentlich schon fast alles gesagt, was es zur Konferenz zu berichten gab. Nur einen Vortrag hat er leider verpasst, da er im parallelen Track lief: “Versandhandel Go East – Wozu?” von Dr. Jan Thieme.

Dr. Thieme zeigte zunächst auf, warum Menschen überhaupt im Versandhandel kaufen. Aus seiner Sicht gibt es vor allem zwei Punkte:

  • Anonymität: Wie sagt er so schön: “Es gibt z.B. Frauen, die ein Problem haben, in einem Ladengeschäft ein Kleid anzuprobieren, in dem sie dann vielleicht aussehen wie in eine Wurstpelle gepresst.”
  • Kaufen auf Kredit: Ein Prinzip, dass die großen Versandhändler perfektioniert haben. Man kann fast alles sehr einfach auf Kredit kaufen.

Mehr bedeutende Punkte gibt es nicht. Nach dieser kurzen Einführung erklärte er, warum das Potenzial in Osteuropa aktuell noch ziemlich beschränkt ist. Hier ließ er vor allem zwei Gründe erkennen: Die Kaufkraft ist in den meisten Ländern immer noch sehr gering und in den Länder, wo sie relativ gut ist, gibt es einfach zu wenig Kunden (z.B. die Tschechische Republik oder die baltischen Staaten).

Er sieht es daher als kaum verwunderlich an, dass die meisten großen deutschen Versandhändler in Osteuropa noch nicht vertreten sind. Eine Ausnahme bildet hier die Quelle, die in den meisten osteuropäischen Ländern Niederlassungen betreibt. Den Hintergrund dieses Engagements sah Dr. Thieme allerdings eher in der Story für die Börse als in einem profitablen Geschäft.

Alles in allem ein wirklich herausragender Vortrag, der übrigens im Gegenzug zu allen anderen Vorträgen komplett ohne technischen Schnick-Schnack wie Beamer, Computer, Powerpoint auskam.

Wenn Konsumenten weniger ausgeben …

… können Online-Shops davon profitieren.

Dies zeigt eine Umfrage von Comscore unter US-Konsumenten im Juli diesen Jahres. Gefragt wurden Konsumenten, die ihre Ausgaben senken wollten, nach ihren Strategien um dies umzusetzen.

Klar waren die Hauptanworten, dass man weniger oft einkaufen gehen würde und nur noch das Notwendigste kaufen würde. Interessant ist aber, dass 25% einfach mehr online einkauft um dort bessere Preise zu erzielen.

Also keine Finanzkrise für Online-Shops sondern nur im stationären Handel?

Mindestbestellwert

Zunächst mal ein kleiner Exkurs. Gestern habe ich den Wind genutzt, um mal wieder meinen Lenkdrachen steigen zu lassen. Leider hat ein kleiner Junge einen anderen Drachen losgelassen und dieser hat sich im Flug in meinen Schnüren verfangen. Das Ergebnis war, dass eine der beiden Schnüre unter der Last gerissen ist. Was macht man also, wenn es lokal keinen entsprechenden Laden gibt? Man sucht im Internet.

Ich muss sagen, die Auswahl an guten Online-Shops für Drachenzubehör im Netz hält sich noch ziemlich in Grenzen. Meinen ersten Versuch habe ich gestern dann bei Flying Colors gemacht. Der Shop hatte den Vorteil, dass ich schon das Ladengeschäft kenne und dort bereits eingekauft habe. Ein durchaus gut gemachter Shop und es gibt die Möglichkeit per Rechnung oder Paypal zu bezahlen (die direkte Kreditkartenzahlung hat mich nicht 100% überzeugt – konnte auf die Schnelle nicht erkennen, ob ein Dienstleister dahinter steht). Also neue Schnüre für 18 Euro in den Warenkorb gelegt und zur Bezahlung. Versandkosten von 5 Euro sind auch noch im Rahmen (hatte ich vorher extra nachgelesen). Als ich dann allerdings zur Seite mit der Auswahl der Versandmethode kam, stand dort bei den Versandkosten 10 Euro. Nach ein wenig nachforschen habe ich dann entdeckt, dass es einen Mindestbestellwert von 25 Euro gibt und für kleinere Mengen ein Mindermengenzuschlag von 5 Euro verlangt wird (im Laufe des Abends habe ich noch einen weiteren Shop entdeckt, bei dem man unter 25 Euro gar nicht erst zur Kasse gehen konnte).

Bestellt habe ich dann bei Jay-Lee’s. Technisch und gestalterisch fällt dieser Shop zwar gegenüber dem vorher genannten eindeutig ab, aber die Produkttexte sind sehr gut, die Versandkosten auch noch im Rahmen (6 Euro), man kann auch per Rechnung bezahlen und es gibt keinen Mindestbestellwert.

Nun also zurück zum Titel des Beitrags. Warum gibt es einen Mindestbestellwert? Der Sinn dahinter ist, dass sich Bestellungen meist erst ab einer bestimmten Warenkorbgröße lohnen. Unterhalb dieses Schwellwertes sind die Kosten für den Versand der Bestellung (Ware kommisionieren, verpacken, versenden) zu hoch. Eigentlich verständlich.

Allerdings sollte man genau abwägen, wo diese Grenze liegen sollte, denn der Kundenbindung dient sie nicht. Man sollte sich also schon fragen, ob man nicht bei manchen Bestellungen zum Wohle des Kunden auch mal einen minimal negativen Deckungsbeitrag akzeptiert. Der Kunde wandert dann nicht zur Konkurenz ab, wird sicherlich auch mal mehr kaufen und gutes darüber erzählen.

Meine Erfahrungen mit der Drachenschnur ist hier ein Beispiel. Klar möchte der Shop nur ungern jeden 1,50 Euro Artikel (z.B. einzelne Carbon-Stangen) einzeln versenden. Die Schnur ist aus meiner Sicht aber durchaus schon ein höherpreisiger Artikel. Und vielleicht könnte es auch interessant sein, dem Kunden es zu ermöglichen seine einzelne Ersatzstange zu bestellen, wenn dadurch die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er auch seinen nächsten Drachen wieder im Shop kauft.

Ich habe heute auch mit einem Kollegen gesprochen und er hat mir ein anderes Beispiel genannt, wo ich sofort zustimmen würde, dass der Mindestbestellwert sinnvoll ist: In einem Textilgeschäft wurden vor Einführung des Mindestbestellwertes immer wieder nur einzelne Paare Socken gekauft.

Vermutlich kommt es sehr stark auf die Warengruppen an, ob sich ein Mindestbestellwert lohnt oder nicht. Bei Spezialversändern mit anspruchsvoller Kundschaft würde ich eher dazu tendieren keinen Mindestbestellwert zu erzwingen. Denn einmal überzeugt, wird diese Kundschaft schnell zu Stammkundschaft, die auch höherwertige Artikel kauft.

Bei Massenware, wie z.B. Socken, verstehe ich schon eher, dass man einen Mindestbestellwert einführt. Hier kann man auch schneller mal ein zweites Paar dazu bestellen (was soll ich z.B. mit zwei Paar Schnüren für meinen Lenkdrachen oder ein paar Carbon-Stangen, die ich nicht benutzen kann).

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