Zahlreiche Intershop Anwender trafen sich gestern wieder zum Deutschen Intershop Anwendertag in Jena. Wie immer gab es ein gut gefülltes Programm. Neben Intershop-eigenen Referenten gibt es auch regelmäßig Gastvorträge. Diese wurden diesmal u.a. von Robert Wünsch von der Firma Sqoops und von Matthias Schrader von SinnerSchrader gehalten.

Sqoops verkauft bisher überwiegend Videospiele und ist wohl eine der in Sachen Front-End Gestaltung innovativsten Shopping-Seiten in Deutschland. Sie bietet den Nutzern zahlreiche Möglichkeiten zur Interaktion. Highlights sind:
- Die dynamische Produktwolke, die zur Navigation genutzt werden kann
- Integrierte Video-Player für Spiele-Trailer
- Kleine Flash-Spiele
- Produktbewertungen
- uvm.
Herausstechendes Element der Seite ist sicherlich die Produktwolke. In ihr Kreisen je nach Funktion Spieletitel, die man auswählen kann, oder auch Screenshots eines Spiels. Da die Wolke als Navigationselement eher ungewohnt ist, bietet Sqoops auch die Möglichkeit auf eine normale Produktliste umzuschalten. Die Nutzungsquote der explorativen Produktwolke steigt aber laut Vortrag gerade bei den wiederkehrenden Besuchern.
Ein weiteres sehr spannendes Konzept finde ich, dass man bei Sqoops auch anderen Seiten Flash-Elemente als Werbung zur Verfügung stellt. So können sich Besucher anderer Seiten z.B. ebenfalls Trailer ansehen oder auch durch die Produktwolke stöbern.
In der technischen Realisierung setzt Sqoops stark auf Flash, nutzt aber parallel auch HTML und Ajax. Auf Serverseite nutzt man die Enfinity Suite 6.
Fazit: Die Seite bietet Kunden ein interessantes Einkaufserlebnis, insbesondere für die Zielgruppe der Gamer. Die Ideen, die dahinter stecken sind innovativ und teilweise richtungsweisend für den E-Commerce. Der Vortrag war eine wirkliche Bereicherung der Agenda gestern.
Update: Sqoops hat für seinen außergewöhnlichen Online-Shop den Innovationspreis auf dem Versandhandelskongress 2007 erhalten.

Nach Sqoops stellt Matthias Schrader den Teilnehmern den Vista-Shop von Otto vor. Wobei er ziemlich schnell richtigstellte, dass es sich weniger um einen Online-Shop als um eine Client-Software handelt.
Der Nutzer lädt sich eine 10Mb große Applikation auf seinen Rechner. Hat man den Rich-Client heruntergeladen, öffnet sich einem eine komplett neue Einkaufswelt. Durch die zahlreichen integrierten Funktionalitäten und nicht zuletzt durch den edlen “Glossy Look” bietet der Vista-Client von Otto ein Einkaufserlebnis, dass sich komplett von einem normalen Online-Shop unterscheidet. Mehr über die Funktionalitäten findet man in zahlreichen anderen Blog-Beiträgen.

Bisher richtet sich die Rich-Client-Applikation von Otto vom Sortiment komplett an Frauen. Herrenbekleidung ist nicht geplant (Matthias Schrader: “Kerle machen so etwas nicht”
).
Die technische Grundlage für den Client bildet das Windows Presentation Framework (WPF). Die Umsetzung glich daher weniger einen Web-Projekt als viel mehr einer komplexen Applikationsentwicklung. Dadurch verlängerte sich insbesondere das Front-End-Design gegenüber Web-Projekten.
Fazit: Ein sehr guter Vortrag (der Meinung waren auch fast alle anderen Besucher). Der Vista-Client von Otto ist sehr ansehnlich. Man hat sich hier weit vorgewagt und wurde durch eine entsprechende Medienabdeckung belohnt. Ich hätte zu gerne gewusst, wie die Besucherzahlen, Bestellungen und Konversionsraten für den Client sind (durfte leider / selbstverständlich nichts zu gesagt werden). Mal sehen, wie sich der Client weiter entwickelt und wer als nächster eine ähnliche E-Commerce-Applikation vorstellt.