CeBIT 2009 Fazit

Letzte Woche war ich vier Tage auf dem Intershop-Stand auf der CeBIT in Hannover.  Der Stand zeigte Intershop zusammen mit zahlreichen Partnern und war wohl der Stand auf der CeBIT mit der größten E-Commerce-Expertise. Die vier Tage waren durch Gespräche mit diversen Technologiepartnern ziemlich gut gefüllt, so dass ich nichtmal groß dazu kam, mich in den anderen Hallen umzusehen.

cebit2009-booth

Ansehen konnte ich mir allerdings eine Podiumsdiskussion in der Webciety über Trends im E-Commerce. Angesprochen wurden diverse Themen von “Live Shopping” über “Internet of Services” bis “Semantic Web”. Das Thema Live Shopping wurde dort von einem der Teilnehmer bereits für tot erklärt (Der Trend wäre wieder vorbei, Portale würden schließen). Dem kann ich mich überhaupt nicht anschließen, denn es gibt zahlreiche Portale dieser Art im Netz. Natürlich wird es hier eine Konsolidierungsphase geben. Aber insbesondere Live Shopping-Angebote, die direkt an einen großen Versender angebunden sind (wie bei Alternate, MyBy und Quelle), dürften sich dauerhaft als zusätzlicher Abverkaufskanal etablieren.

Insgesamt war deutlich zu sehen, dass weniger Besucher auf der CeBIT waren und Plätze in einigen Hallen frei waren.

CeBIT 2009: Eine unbekannte Spezies?

Seit zwei Tagen stehe ich jetzt auf der CeBIT und leider bin ich vor lauter Gesprächen noch nicht wirklich dazu gekommen mir einen Überblick zu verschaffen. Allerdings ist mir eine interessante, scheinbar spezielle CeBIT-Spezies aufgefallen, die mir so bei keiner anderen Messe aufgefallen ist: Die gemeine Beutelratte oder auch Beuteratte.
Vor ihr ist quasi nichts sicher. Oftmals in Rudeln, manchmal auch allein, nähert sie sich dem Stand. Ihr Ziel sind Werbegeschenke jeglicher Art. Manche greifen einfach nur nach den offen in speziellen Behältern dargebotenen Ködern (Bonbons und Lollis) – die höffliche Variante fragt sogar, ob sie sich eins nehmen darf. Der dreiste Stamm greift nach allem was nicht niet- und nagelfest ist und fragt, wenn es nichts findet explizit nochmal nach Werbegeschenken. Hier gibt es zwei zu beachtende Extrema: Das eine kommt heuschrenkenartig in der Horde und greift sich wirklich alles, was gerade herumliegt (Gerüchten zu folge sollen sogar schon Tacker als Beute entwendet worden sein). Das andere Extrema zieht einen Koffer hinter sich her, greift ebenfalls nach allen Werbematerialien, die es in die Finger bekommt und verstaut diese im Koffer.

Auf der CeBIT kann man eine Menge Ausprägungen dieser nicht näher spezifierten Spezies antreffen. Bis Sonntag ist jeder eingeladen, sich an einer zoologischen Exkursion zu beteiligen.

Next Generation E-Commerce?

Es wird ja gerne diskutiert wie E-Commerce Lösungen der nächsten Generation aussehen können. Dabei werden dann immer hübsche Flash-Prototypen gezeigt, die eine schönere E-Commerce-Welt zeigen sollen. Mir fällt allerdings auf, dass bei den meisten dieser Prototype zwar ein paar nützliche Zusatzfunktionen dazugekommen sind, aber das grundsätzliche Navigationskonzept bleibt unverändert. Es gibt z. B. weiterhin Kategorieseiten in Gitterdarstellung mit einer bestimmten Anzahl an Produktbildern darauf.

Einen ganz anderen Ansatz zeigt das folgende Video vom September 2007:

Down-Selling?

Jeder, der mit E-Commerce zu tun hat, kennt eigentlich den Begriff Up-Selling. Up-Selling ist der Versuch, einem Käufer Zusatzartikel oder höherwertigere Artikel zu empfehlen, so dass der Warenkorb des Käufers am Ende einen höheren Wert enthält. Also ein durchaus erwünschter Effekt.

Letzte Woche habe ich gelernt, dass es auch Down-Selling gibt. Down-Selling kann zum Beispiel bei schlecht arbeitenden automatischen Recommendation Engines auftreten. Ein Beispiel wäre ein Shop für Bücher, bei dem zum Hardcover-Buch auch die Taschenbuchausgabe empfohlen wird. Hier ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass der Käufer die günstigere Alternative wählt und damit der Wert des Warenkorbs sinkt. Down-Selling ist folglich eher unerwünscht.

Eine genutzte Recommendation Engine sollte also auf etwaiges Fehlverhalten kontrolliert werden.

E-Commerce Umsätze 2009: Die Wetten sind eröffnet!

eMarketer schätzte ja schon vor einer Weile die Online Umsätze 2009 in den USA. Heraus kam ein prognostiziertes Umsatzwachstum von 4,1%. Jetzt hat der bvh eine erste Prognose für 2009 für Deutschland vorgelegt und geht darin für den E-Commerce von einem Wachstum von mindestens 10% aus. Für den Versandhandel insgesamt geht man nur von einem Wachstum zwischen 2 und 3% aus.

Ich bin gespannt auf weitere Prognosen.

Adieu Sqoops!

Verheißungsvoll gestartet und 2007 als innovativster Online Shop ausgezeichnet, stellte Sqoops (inzwischen Tochter von Computec) heute seinen Geschäftsbetrieb ein. Anscheinend war die Konkurrenz im PC- und Videospielemarkt zu groß und das Portal passte nicht mehr in das Computec-Portfolio. Das Ganze zeichnete sich schon ab, nachdem man Ende des letzten Jahres vom innovativen Shop auf eine 0815-Präsenz umstieg.

Schade, denn der Ansatz von Sqoops war zumindest am Anfang einzigartig.

Gute Suche oder wie man es besser nicht macht

Vor nicht all zu langer Zeit wurde eine Idee an mich heran getragen, wie man eine gute, fehlertolerante Suche für Online-Shops programmieren könnte. Im Kern war die Idee recht einfach: Man notiere einfach an jedem Artikel sämtliche potenziellen Schreibweisen und Synonyme und mache sie durchsuchbar. Die entsprechende Datenbank könne man ja schrittweise aufbauen.

In der Theorie funktioniert das sicherlich recht gut. Allerdings gibt es zwei Haken:

  1. Ein Wort kann schon ziemlich viele Schreibweisen haben, zählt man alle kleinen Vertipper mit hinzu.
  2. Bei 10 Produkten mag man das ja noch hinbekommen. Bei mehreren 1000 Produkten wohl eher nicht.

Es gibt halt nicht umsonst moderne Produktsuchmaschinen, die mit Hilfe von Suchalgorithmen Ähnlichkeiten erkennen können.

Buch für Männer

Ich bin jetzt fast am Ende des Buchs “Ein Mann – Ein Buch” angelangt und es war durchaus interessant – ich habe Einiges gelernt. Die Authoren des Buches beschäftigen sich mit zahlreichen Themen, die ein Mann wissen muss, z.B.:

  • Wie binde ich eine Krawatte?
  • Welche Schuhe trägt man?
  • Welche Bücher sollte ein Mann gelesen haben?
  • Wie landet man einen Jumbo-Jet?

Eigentlich ist für jeden etwas enthalten. Von den ernsteren Themen bis zu den amüsanteren. Es liest sich sehr locker und da die einzelnen Themen immer recht kurz und in sich geschlossen sind, kann man auch ohne Probleme zwischendrin eine Pause machen.

Entdeckt habe ich das Buch übrigens durch die Literatursendung “Druckfrisch” von der ARD. Die ist übrigens auch sehr empfehlenswert.

Verschläft der E-Commerce das Semantic Web?

Heute kam bei mir wieder die aktuelle Ausgabe des Harvard Business Managers ins Haus. Der Themenschwerpunkt sind die 10 besten Management-Ideen für das Jahr 2009. Eine dieser 10 Thesen wird unter dem Titel “Die Neuerfindung des Internets” aufgeführt. Beschrieben wird die schleichende Technologierevolution, die das Semantic Web mit sich bringt. Die Änderungen in der Struktur des Internets, die das Semantic Web mit sich bringen wird, werden das Internet grundlegend verändern. Teile der Angebote, die es heute gibt, werden in Zukunft obsolet sein. Heute freuen sich, die als wenig innovativ gehandelten, Otto und Quelle noch über ihre gut funktionierenden Shopping-Malls im Internet, die die Verluste in ihrem herkömmlichen Geschäftszweigen ausgleichen. Was aber, wenn durch die Änderungen, die das Semantic Web mit sich bringt, diese Seiten innerhalb kurzer Zeit auf das Abstellgleis geraten. Was wenn selbst die als innovativ eingestuften Unternehmen innerhalb kurzer Zeit durch eine Technologierevolution ins Abseits geraten?

Das Semantic Web wird viele Neuerungen mit sich bringen. Je früher man sich damit beschäftigt, desto besser wird man gerüstet sein. Und bisher beschäftigen sich viel zu wenige Unternehmen mit den potenziellen Auswirkungen. Der Artikel im Harvard Business Manager ist zwar kurz, warnt aber sehr wirkungsvoll.

Otto trotzt der Krise

otto_logoAuf einer Pressekonferenz gab Otto bekannt, dass man trotz der Wirtschaftskrise das Umsatzniveau im aktuellen Geschäftsjahr gegenüber dem vorherigen halten könne (ca. 1,7 Millarden Euro). Den größten Anteil daran hat der E-Commerce: 850 Millionen Euro hat Otto demnach online umgesetzt, was einem Wachstum zwischen 35 und 38 Prozent entspricht.

Der Trend setzt sich also fort: Der Katalog entwickelt sich mehr und mehr vom Umsatztreiber zum bebilderten Begleitheft. Die Umsätze werden im Versandhandel online gemacht. Die schwächelnde Wirtschaft scheint diese Entwicklung zu beschleunigen.

Der Digitale Kanal als Wachstumsmaschine für den Versandhandel

Bei Slideshare habe ich gerade eine interessante Präsentation gefunden, die anscheinend zur Shop.org 2008 von Kelly Mooney (Resource Interactive) gehalten wurde. Er fasst darin eine ganze Menge Statistiken und ein paar Feature-seitige Wachstumstreiber für den E-Commerce zusammen. Nicht weltbewegend, aber gut illustriert.

The Digital Channel: Retail’s Growth Engine

Wegen Überfüllung geschlossen?

Auch ein Online-Shop kann durchaus mal zu voll sein. Dies kann z.B. das Resultat einer unerwartet hohen Response auf eine Aktion sein oder wenn der Shop stetig gewachsen ist und nicht erweitert wurde. Dabei wird die Software meist erst immer langsamer. Die Antwortzeiten gehen in die Höhe. Dann kommen erste Timeouts dazu, bis dann schließlich gar nichts mehr geht. Um das Ganze sich dann wieder beruhigen zu lassen, kann man dann z.B. den Shop schließen. So gesehen bei Neckermann im Mai letzten Jahres (siehe Screenshot).

ueberfuellt

Den Shop einfach so zu schließen, ist natürlich denkbar ungünstig, da dem Händler dadurch natürlich Umsätze entgehen. Da hilft nur Vorsorge zu betreiben. Z.B. in dem man die Last auf den Systemen überwacht und eventuell auch mal einen Lasttest durchführt. Und dann sollte man natürlich die Entwicklung der Besucherzahlen beobachten und versuchen potenzielle Spitzen zu antizipieren.

Manchmal hilft das aber alles nicht. Dann heißt es halt wieder “Wegen Überfüllung geschlossen!”.

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