Versandkostenfrei ab 20 Euro

Bei diversen Online-Shops hat es sich inzwischen zum Standard entwickelt, dass man mit Ausnahme von Büchern bis zu einem Preis von 20 Euro Versandkosten zahlen muss. Vorreiter war hier, soweit ich mich erinnere, Amazon.

Nun kennt jeder die psychologisch motivierte Art und Weise Preise festzulegen: Artikel kosten dann halt 19,95 Euro und nicht 20 Euro, was sehr ärgerlich ist, wenn man dann 3 Euro Versandkosten zahlen muss. Als ich dann heute eine CD für besagten Preis bei Amazon bestellt habe, war ich doch einigermaßen überrascht, dass keine Versandkosten anfielen. Wenn das wirklich Absicht von Amazon ist, dann finde ich das ziemlich genial – quasi eine eingebaute Kulanz.

Bei Hugo Boss Kleidung online einkaufen in Deutschland

Schon eine Weile hatte Hugo Boss in Großbritannien mit einem kleinen Shop experimentiert. Jetzt wurde der Online-Shop europaweit ausgerollt, so dass man auch in Deutschland bei Hugo Boss online einkaufen kann.

Der Shop selbst ist auf den ersten Blick durchaus schick geraten. Ein animiertes Intro mit zahlreichen Videosequenzen stellt gleich zu Beginn eine gewisse Emotionalität her.

hugo_boss_store_1Das Aussehen des Shops ist stimmig. Es passt zum Auftritt der Marke: Zurückhaltend, hochwertig. Neben dem Intro tragen dazu die gestalteten Kategorieseiten und die durchweg guten Bilder bei.

Die Navigation

Die Navigation durch den Shop ist allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig. Was an zwei Dingen liegt: Nur die Top-Navigationspunkte (Menswear, Womenswear, etc.) sind immer zu sehen. Der Rest des Menüs öffnet sich dynamisch bzw. nach Klick. Das ist zumindest, wenn man in die unteren Kategorieebenen möchte nicht vollkommen trivial. Und damit sind wir auch beim zweiten Punkt: Die Kategorieseiten sind zwar schön gestaltet, man kommt aber von dort eigentlich nur auf eine Kategorie oder die dargestellten Produkte. Möchte man nicht die dargestellten Produkte oder Kategorien sehen, muss man wieder das Navigationsmenü öffnen. Das führt dazu, dass man aus meiner Sicht länger braucht, das Navigationskonzept zu verstehen, als bei anderen Shops.

In den Unterkategorien und auch bei den “Inspire me”-Funktionen kommt dann eine horizontale Navigation zum Zuge. Diese Variante, die an einen Catwalk erinnert, wird immer häufiger in Fashion Shops genutzt, weshalb sie manch einen auch an Mexx erinnnert.

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Outfits

Die Möglichkeit unter “Inspire me” sich durch verschiedene Outfits (Looks) inspirieren zu lassen, ist heute auch schon Standard im E-Commerce. Wobei die Umsetzung bei Hugo Boss hier noch ein wenig zu wünschen übrig lässt. Man kann hier nur von der Übersicht der Outfits direkt in die Detailseite der beinhalteten Artikel springen. Eine Detailseite für die Outfits, auf der man z.B. mehrere Artikel aus dem Outfit gleichzeitig in den Warenkorb legen kann, wie es sie bei Mexx gibt, ist hier nicht vorhanden.

Die Suche

Kommen wir zur Suche. Hier serviert Hugo Boss seinen Kunden aus meiner Sicht ziemliche Standardkost. Das Suchergebnis lässt sich über die Größe und die Farbe einschränken. Dabei fällt auf, dass beides per Drop-Down geschieht. Zumindest bei der Farbe sieht man in anderen Shops oftmals die Farbe bildlich angezeigt. Ebenfalls streiten kann man sich, ob man bei dem Filter sechs verschiedene Blautöne (Aqua Blau, Blau, Dunkelblau, Hellblau, Navy, Pastell Blau) aufführen muss oder damit nicht vielmehr den Kunden verwirrt. Eine Filterung über die Kategorien (z.B. Menswear / Womenswear) gibt es leider nicht.

Die Produktdetailseite

Schön finde ich die Möglichkeit sich Details der Produkte nochmal genauer anzusehen. Und zumindest hier auf der Produktdetailseite sind die Farben auch bildlich dargestellt. Die Drop-Down-Menüs für die Größe und die Anzahl wirken da ein wenig altbacken. Ansonsten ist die Detailseite aber stimmig und liefert dem Benutzer auch gleich noch ein paar Styling-Tipps.

Die Bestellung

Der Bestellprozess ist ebenfalls standard. Als Versand gibt es im Moment nur den Standardversand, für den man eine Versandgebühr von 5,95 Euro bezahlt. Bezahlen kann man nur mit Kreditkarte (Visa, MasterCard, Amex).

Mein Fazit

Ein gut gestalteter Shop in ansprechendem Design. Bei der Usability kann man aber noch einiges verbessern. Aber Hugo Boss ist ja zumindest online noch am Anfang.

Adieu Sqoops!

Verheißungsvoll gestartet und 2007 als innovativster Online Shop ausgezeichnet, stellte Sqoops (inzwischen Tochter von Computec) heute seinen Geschäftsbetrieb ein. Anscheinend war die Konkurrenz im PC- und Videospielemarkt zu groß und das Portal passte nicht mehr in das Computec-Portfolio. Das Ganze zeichnete sich schon ab, nachdem man Ende des letzten Jahres vom innovativen Shop auf eine 0815-Präsenz umstieg.

Schade, denn der Ansatz von Sqoops war zumindest am Anfang einzigartig.

Gute Suche oder wie man es besser nicht macht

Vor nicht all zu langer Zeit wurde eine Idee an mich heran getragen, wie man eine gute, fehlertolerante Suche für Online-Shops programmieren könnte. Im Kern war die Idee recht einfach: Man notiere einfach an jedem Artikel sämtliche potenziellen Schreibweisen und Synonyme und mache sie durchsuchbar. Die entsprechende Datenbank könne man ja schrittweise aufbauen.

In der Theorie funktioniert das sicherlich recht gut. Allerdings gibt es zwei Haken:

  1. Ein Wort kann schon ziemlich viele Schreibweisen haben, zählt man alle kleinen Vertipper mit hinzu.
  2. Bei 10 Produkten mag man das ja noch hinbekommen. Bei mehreren 1000 Produkten wohl eher nicht.

Es gibt halt nicht umsonst moderne Produktsuchmaschinen, die mit Hilfe von Suchalgorithmen Ähnlichkeiten erkennen können.

Wegen Überfüllung geschlossen?

Auch ein Online-Shop kann durchaus mal zu voll sein. Dies kann z.B. das Resultat einer unerwartet hohen Response auf eine Aktion sein oder wenn der Shop stetig gewachsen ist und nicht erweitert wurde. Dabei wird die Software meist erst immer langsamer. Die Antwortzeiten gehen in die Höhe. Dann kommen erste Timeouts dazu, bis dann schließlich gar nichts mehr geht. Um das Ganze sich dann wieder beruhigen zu lassen, kann man dann z.B. den Shop schließen. So gesehen bei Neckermann im Mai letzten Jahres (siehe Screenshot).

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Den Shop einfach so zu schließen, ist natürlich denkbar ungünstig, da dem Händler dadurch natürlich Umsätze entgehen. Da hilft nur Vorsorge zu betreiben. Z.B. in dem man die Last auf den Systemen überwacht und eventuell auch mal einen Lasttest durchführt. Und dann sollte man natürlich die Entwicklung der Besucherzahlen beobachten und versuchen potenzielle Spitzen zu antizipieren.

Manchmal hilft das aber alles nicht. Dann heißt es halt wieder “Wegen Überfüllung geschlossen!”.

Geschenklisten

In zahlreichen Shops gibt es inzwischen die Möglichkeit eine Geschenkliste anzulegen, z.B. eine Hochzeitsliste, wo Besucher einer Hochzeit entsprechende Geschenke ordern können. Heute habe ich eine Statistik gefunden, die zeigt, dass sich solche Listen durchaus lohnen können. Laut Compete (via eMarketer) haben bei den Top-Seiten, bei denen Hochzeitslisten angelegt werden,  durchschnittlich 10% der Nutzer, die eine solche Hochzeitsliste ansahen, auch etwas davon gekauft. Die Conversion Rate war damit wesentlich höher, als bei sonstigen Nutzer (auf den Seiten bei ca. 5%).

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Die Wunschlisten können also die Konversion erhöhen.

Nach langer Planung eröffnet Lidl einen Online-Shop

Gerüchte, dass Lidl online verkaufen möchte, gab es ja schon lange und zwischendrin gab es ein kurzes und nicht ganz glückliches Intermezzo mit einem Kanu-Shop. Jetzt ist es aber endlich soweit und Lidl ist online mit einem richtigen Online-Shop.

Verkauft wird, wie auch bei anderen Shops aus der gleichen Branche, überwiegend Aktionsware. Das Fulfillment hierfür scheint die Ideal Solution aus Heilbronn zu machen.

Vom ersten Blick erinnert die Aufmachung mit den Themenwelten ein wenig an Tchibo. Wobei Lidl wesentlich schlichter daher kommt. Ein klein wenig Innovation bringen die Social Bookmarking Funktion für Produkte und ein paar AJAX-Funktionalität (z.B. Slide-Effekt, wenn man vom großen Bild in Produktdetailseite wieder auf das kleine schaltet). Ansonsten bringt er, passend zu den Lidl-Filialen, eher Hausmannskost.

Ohne Javascript lässt sich in dem Shop nicht bestellen, was heutzutage nicht schlimm ist, aber es soll noch Leute geben, die damit ein Problem haben. Suchmaschinen könnten sich an dem Meta-Redirect beim Aufruf der Domain stören.

Welche Software hinter dem Lidl-Shop arbeitet, ist mir nicht bekannt. Das Muster der URL kenne ich bisher noch nicht (zahlreiche @-Zeichen als Trenner für Parameter).

Wenn Konsumenten weniger ausgeben …

… können Online-Shops davon profitieren.

Dies zeigt eine Umfrage von Comscore unter US-Konsumenten im Juli diesen Jahres. Gefragt wurden Konsumenten, die ihre Ausgaben senken wollten, nach ihren Strategien um dies umzusetzen.

Klar waren die Hauptanworten, dass man weniger oft einkaufen gehen würde und nur noch das Notwendigste kaufen würde. Interessant ist aber, dass 25% einfach mehr online einkauft um dort bessere Preise zu erzielen.

Also keine Finanzkrise für Online-Shops sondern nur im stationären Handel?

Fehler in der Bestellseite

Ich habe diese Woche mal wieder etwas im Hagelshop bestellt. Verkauft werden dort allerhand Pflegeprodukte für die Haare.

Im Bestellprozess viel mir dann eine fehlerhafte Berechnung im Warenkorb auf (siehe Screenshot). Der Gesamtpreis und der Bruttobetrag müssten in diesem Fall eigentlich gleich sein. Wie man allerdings auf den im Bestellprozess gezeigten Betrag gekommen ist, ist mir schleierhaft. Die Abweichung ist zwar nur marginal, aber es macht keinen guten Eindruck. Wenn ich nicht schon mehrere Male bei dem Shop bestellt hätte, hätte ich hier wahrscheinlich abgebrochen. Während der Kreditkartenzahlung wurde mir dann wieder der richtige, höhere Betrag angezeigt.

Ich war dann so frei und habe den Screenshot auch an den Support des Hagelshops geschickt, mit dem kurzen Statement, dass da wohl etwas nicht stimmt mit der Berechnung der angezeigten Preise. Eine Antwort habe ich auch bekommen: “Es ist ein Fehler in der Anzeige und meinem Paket geht es gut.”

Da bin ich ja beruhigt!

Das Paket ist dann heute auch angekommen.

Fazit Versandhandelskongress und Mail Order World

Letzte Woche war also wieder der Versandhandelskongress und die Mail Order World in Wiesbaden.

Vom Kongress habe ich leider nur wenige Vorträge mitbekommen.

Vincent Terradot von Raja, einem großen Verpackungsmittelversand aus Frankreich, habe ich gesehen. Er hat über den Erfolg und die Entwicklung von Raja gesprochen. Interessant war aus meiner Sicht nur, wie Raja Stück für Stück internationalisiert hat.

Anschließend konnte ich den Vortrag von Jane Judd von Zappos.com hören. Eigentlich verkauft Zappos hauptsächlich Schuhe. Man hat sich aber sehr stark auf den Kundenservice konzentriert und das gesamte Unternehmen daran ausgerichtet. Daher spricht man bei Zappos intern auch davon, dass man eigentlich primär ein Kundenserviceunternehmen ist. Durch Zufall verkauft man Schuhe, man könnte mit den gleichen Prinzipien aber auch jedes andere Produkt verkaufen. So zumindest das Selbstverständnis.

Spannend war dann noch der Vortrag von Fahrrad.de-Geschäftsführer Marius Köhler. Er hat über Wachstumsstrategien von Fahrrad.de gesprochen. Ein wichtiger Punkt war das Management der Supply-Chain. So hat man innerhalb kurzer Zeit die Anzahl der Produkte im Shop vervierfacht gleichzeitig aber den Warenbestand im Lager nur um zehn Prozent erhöht. Möglich ist das durch eine engere Einbindung der Lieferanten. Eine weitere Strategie war der Aufbau der Community. Verschiedenste Möglichkeiten für Kunden sich einzubringen (Bewertungen, Rezensionen, Forum, Videos, Blogs) haben Fahrrad.de letztes Jahr auf dem Versandhandelskongress schon den Titel des Online Shop des Jahres eingebracht. Im Vortrag wurde ein wenig darüber berichtet, wie man gute Beiträge durch die Vergabe von Bonuspunkten, die widerum im Online-Shop eingelöst werden können, incentiviert. Fahrrad.de nimmt hier aktiv Geld in die Hand, um die Community zu fördern und es scheint zu fruchten.

Apropos Online Shop des Jahres. Auch dieser Titel wurde dieses Jahr wieder auf dem Versandhandelskongress vergeben. Gewonnen hat dieses Jahr Hagebau. Was ich nochmal in einem gesonderten Post aufgreifen werde.

Auf der Mail Order World fand man dann alles, was man für einen guten Online Shop oder auch für den Versandhandel braucht. Vom Online-Shop, über Versandhandelssysteme und Zahlungsanbieter bis zum Logistikdienstleister war alles vertreten. Wobei ich das Gefühl hatte, dass weniger Besucher als im Vorjahr auf der Messe unterwegs waren. Provokant könnte man sagen, dass es entweder am sterbenden Versandhandel oder am bevorstehenden langen Feiertagswochenende lag. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach nur getäuscht.

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