Otto trotzt der Krise

otto_logoAuf einer Pressekonferenz gab Otto bekannt, dass man trotz der Wirtschaftskrise das Umsatzniveau im aktuellen Geschäftsjahr gegenüber dem vorherigen halten könne (ca. 1,7 Millarden Euro). Den größten Anteil daran hat der E-Commerce: 850 Millionen Euro hat Otto demnach online umgesetzt, was einem Wachstum zwischen 35 und 38 Prozent entspricht.

Der Trend setzt sich also fort: Der Katalog entwickelt sich mehr und mehr vom Umsatztreiber zum bebilderten Begleitheft. Die Umsätze werden im Versandhandel online gemacht. Die schwächelnde Wirtschaft scheint diese Entwicklung zu beschleunigen.

Otto putzt sich für das Weihnachtsgeschäft heraus

Otto hat zum 1. Oktober seinem Shop einen Facelift verpasst und startet damit im neuen Design in das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Herausgekommen ist ein gut anzusehender Shop mit ein paar interessanten Highlights.

Otto Facelift

Neue Layer-Navigation

Direkt auf der Startseite fällt einem die neue Navigation auf. Fährt man über eine der Kategorien, legt sich ein Layer über den Rest der Navigation und bietet verschiedene Unterpunkte an. Farblich ist dieser Layer zumindest für die Hauptkategorien jeweils mit einer eigenen Farbe versehen. Diese Farbe wird dann auch im weiteren Verlauf in den Seiten der Unterkategorien genutzt, so dass der Nutzer schon an der Farbgebung erkennen kann, in welchem Bereich er sich befindet. Die Bedienung der Layer-Navigation geht im Gegensatz zu manch anderem Beispiel sehr gut von der Hand.

Otto Layer Navigation

Einzige Mankos aus meiner Sicht:

  • In manchen Kategorien (z.B. Technik) gibt es zu viele Unterpunkte, so dass das ganze schon wieder unübersichtlich wird.
  • Auf den Layern würde ich mir noch einen Button zum Schließen wünschen, z.B. ein schwarzes X oder ähnliches. Das ist zwar nicht unbedingt nötig, weil sich die Layer auch beim Verlassen schließen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es für manche User hilfreich wäre.

Gut umgesetzte Produktempfehlungen

Auf den Produktdetailseiten findet man jetzt auch bei Otto Empfehlungen alla “Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, haben auch …”. Dies hat man auf der neuen Otto-Seite mit Hilfe von AJAX gut umgesetzt, so dass sich der Benutzer dort durch die entsprechenden Produkte bewegen kann.

Otto Empfehlungen

Otto versucht ja, wie auch andere große Versandhändler, Amazon in Deutschland etwas entgegen zu setzen. Zumindest beim Design ist es Otto meiner Meinung nach mit dem Facelift gelungen an einem Großteil der Konkurrenz inklusive Amazon vorbeizuziehen. Aber Amazon arbeitet bereits an der nächsten Runde.

The Long Tail @ Otto

Auch in Sachen Long Tail möchte man bei Otto Amazon anscheinend mehr Konkurrenz machen. Hierzu hat Otto rund 2,5 Millionen Artikel (Bücher, CDs, DVDs Hörbücher usw.) von Libri.de mit in sein Sortiment aufgenommen und baut damit seine One-Stop-Shopping-Plattform weiter aus.

Weihnachten kann also kommen!

Textilshop mit Social Shopping Element von Otto

In Großbritannien hat Otto einen neuen Textilshop unter der Marke “Oli” eröffnet. Das Highlight des Shops ist das mit Ajax Flash realisierte “Oli Look Book”. Auf jeder Seite gibt es die Möglichkeit Kleidung zum Oli Look Book hinzuzufügen. Im Oli Look Book können dann die verschiedenen Kleidungsstücke zu Outfits kombiniert werden. Die Outfits können dann komplett gekauft oder aber an Freunde verschickt werden.

Oli Look Book

Auch der Rest des Shops macht einen sehr guten Eindruck.

Mehr zum Thema:
InternetRetailing.net: Otto steps onto social shopping path

User-generated Content: Kundenbewertungen

Eines der wichtigsten Themen unter dem Schlagwort Web2.0 ist die Beteiligung der Nutzer. Im E-Commerce ist die Bewertung von Produkten durch Kunden dabei, sich als eine der wichtigsten Beteiligungsformen für Online-Shopper zu etablieren. Klar hat Amazon diese Funktionalität (“Kundenrezensionen”) schon eine ganze Weile. Aber auch Otto ermöglicht seinen Kunden schon seit einer geraumen Zeit Kundenbewertungen zu verfassen.

Was bieten Kundenbewertungen für Vorteile?

  • Durch die gezielte Beteiligung der Kunden kann eine stärkere Kundenbindung entstehen.
  • Produkte mit besseren Bewertungen, verkaufen sich besser.
  • Der Händler erhält ein unmittelbares Feedback auf seine Produkte.
  • Die Seite erhält zusätzliche Inhalte, was positive Effekte auf das Suchmaschinen-Listing hat.

Ein paar interessante Fakten zu Kundenbewertungen beschreibt Jupiter Research (Zusammengetragen durch Marketing Pilgrim: “Five More Important Facts About User Reviews in E-tail.“):

  • Benutzer schreiben eher über gute Einkaufserlebnisse, als über schlechte.
  • Benutzer rezensieren häufiger Produkte, die sie mögen, als Produkte, die sie nicht mögen.
  • Kunden, die Produktbewertungen schreiben, geben mehr Geld online aus.
  • Mehr als die Hälfte aller Online-Käufer findet Kundenbewertungen hilfreich.
  • Reviews von Kunde werden fast genauso hoch bewertet, wie Informationen von Unternehmen.

Trotz dieser Fakten gibt es immer noch zahlreiche Händler, die das Instrument noch nicht einsetzen. Der häufigste Vorbehalt ist immer noch die Angst vor negativen Bewertungen. Neben dem schon genannten Punkt, dass Kunden häufiger über gute als über schlechte Erlebnisse schreiben, stellt sich vor allem die Frage nach dem richtigen Umgang mit negativen Bewertungen. Hier gibt es meiner Meinung nach folgende Möglichkeiten:

  • Das Problem untersuchen: Häufen sich z. B. die negativen Bewertungen für ein Produkt, sollte der Händler sich vielleicht Gedanken machen. Ist es ein spezifisches Problem eines Kunden, kann man diesen eventuell durch einen Bonus positiv stimmen.
  • Ein weiteres gutes Mittel, um Rezensionen zu kontrollieren, ist die Selbstkontrolle durch die Community. Bei Amazon und Otto hat man hier für die Möglichkeit geschaffen, dass Benutzer Kundenbewertungen als hilfreich oder nicht hilfreich einstufen.
  • Als letzte Instanz bleibt dann noch z. B. böswillige Kommentare durch eine Redaktion auszublenden.

Kunden beginnen Aussagen anderer Benutzer mehr zu trauen, als den Unternehmen. Händler sollten daher über die Einführung von Kundenbewertungen nachdenken. Hierzu nochmal eine Aussage von Greg Howlett, Marketing Pilgrim:

Unfortunately, it does not matter too much whether I disagree with this trend and does not matter whether you do either. If you want to sell online, you had better be tuned in to this massive mindshift.

Weitere lesenswerte Quellen zum Thema:

Wie kann man noch mit negativen Bewertungen verfahren? Gibt es E-Commerce Seiten, bei denen Kundenbewertungen unpassend sind?

Adobe kauft Scene7

Adobe baut mit der Übernahme von Scene7 sein Portfolio weiter aus. Scene7 bietet eine Rich Media Plattform die z. B. dynamische Bilder (Zoom, 360-Grad Rotation) zur Verfügung stellt. Zu den Kunden von Scene7 gehören u. a. Amazon und die Otto Gruppe.

(via Mashable)

Otto ist Zweiter hinter Amazon

Otto hat seine Zahlen veröffentlicht. Mit 4 Millarden Euro (+33%) Online-Umsatz war Otto im letzten Jahr weltweit der zweitgrößte Online-Händler hinter Amazon. In Deutschland konnte die Otto Gruppe mit 2,8 Millarden Euro Online-Umsatz die Marktführerschaft vor Amazon halten.

Quelle: Heise