Sun kauft MySQL / Oracle übernimmt BEA

In der Softwarewelt wurden heute zwei herausragenden Nachrichten vermeldet:

  • Das Oracle BEA kaufen möchte, war ja schon seit Oktober letzten Jahres bekannt. Allerdings war man bei BEA erstmal nicht so erfreut. Jetzt kam Oracle endlich zum Zug. Sehr interessant ist dies z.B. für den Markt der kommerziellen Application Servern. Marktführer waren dort bisher IBM und BEA, dahinter folgte Oracle und ein bis zwei Andere. Jetzt könnte man vermuten, dass die Produkte von BEA und Oracle früher oder später zusammenwachsen.
  • Der vom Volumen her kleinere aber von der Aufmerksamkeit wohl größere Deal ist der Kauf von MySQL durch Sun Microsystems. Sun setzt damit seine Einkaufstour für Infrastruktursoftware fort und hat jetzt mit MySQL eine eigene Datenbank in seinem Enterprise-Stack. Sun dürfte wohl dafür sorgen, dass MySQL neben seiner bestehenden, führenden Rolle bei Web-Applikationen auch im Enterprise-Markt voran kommen wird. Nachdem Oracle vor einiger Zeit mit dem Übernehmeversuch von MySQL gescheitert ist, dürfte jetzt ein wirklicher Konkurrent heranwachsen.

Da frage ich mich, ob diese beiden Meldungen aus der Software-Branche dieses Jahr noch zu toppen sind.

Deutsche Telekom kauft Web2.0

Da sie selbst bis jetzt noch nicht wirklich erfolgreiche Web2.0-Dienste platzieren konnte (was ist z.B. die T-Community?), möchte die Deutsche Telekom in Zukunft stärker in Web2.0-Unternehmen investieren. In dem Interview mit der Financial Times Deutschland erklärte der Vorstandvorsitzende René Obermann, dass man sich eine größere Anzahl kleiner Beteiligungen vorstellen könne.

Einen ersten Schritt in diese Richtung stellt die Beteiligung an Jajah dar, einem VOIP-Unternehmen, dass dem Marktführer Skype Konkurrenz machen möchte.

Mal sehen, wer in der näheren Zukunft so auf der Einkaufsliste steht. Was passt zur Telekom?

(via Golem)

Google kauft Feedburner

Am Samstag hat Google offiziell bestätigt, was online schon länger ein offenes Gerücht war: Google hat Feedburner für 100 Mio. Dollar gekauft.

Feedburner-Logo

Wenn dieser Service soviel Wert ist, dachte ich mir, will ich ihn auch nutzen: Daher gehe ich auf Entdeckungstour und habe dafür den RSS-Feed zu meinem Blog auf Feedburner umgestellt. Neben dem Google Reader, Google Analytics und den Google Webmaster Tools also ein weiterer Service aus dem Hause Google, den ich nutzen werde.

CBS kauft last.fm

Das nächste große Web2.0-Projekt wurde verkauft: Der US-Medienkonzern CBS schnappt sich den Musikdienst last.fm für 280 Millionen Dollar.

last.fm

Last.fm ist wohl die zur Zeit größte soziale Musikplattform im Internet. Über verschiedene Wege sammelt die Plattform Informationen zum Musikgeschmack des Nutzers. Aus diesen Informationen werden mit Hilfe des Kollektivs (“wisdom of the crowd”) personalisierte Musikempfehlungen für die Nutzer generiert.

Mehr dazu gibt es bei Mashable! und Spiegel Online.

Werbenetzwerke zahlen sich aus

Es scheint als seien Unternehmen in der Online-Werbebranche gerade ein sehr beliebtes Übernahmeobjekt. Nach den großen Übernahmen in den USA findet die nächste in Deutschland statt: Die Axel Springer AG übernimmt zusammen mit der schweizerischen PubliGroupe AG das Affiliate-Netzwerk Zanox aus Berlin für mindestens 215 Millionen Euro.

Ich kann mich diesbezüglich nur einem Satz vom Mashable!-Blog anschließen:

“It sure paid off to build an advertising network in the last couple of years, didn’t it?”

Mehr zum Thema gibt es auf Heise und bei Exciting Commerce.

Konsolidierung der Werbenetzwerke

Nachdem ich im April schon über den Kauf von Doubleclick durch Google geschrieben habe, sind inzwischen noch ein paar Deals hinzugekommen, die für eine weitere Konsolidierung unter den Online-Werbenetzwerken sorgen. Hier nur zwei der Transaktionen:

  • Im April kaufte Yahoo RightMedia für 680 Millonen US-Dollar.
  • Letzte Woche übernahm Microsoft aQuantitive für 6 Milliarden US-Dollar.

Auf Mashable gibt es eine sehr schöne Übersicht, wie in der Online-Werbung Milliarden für Akquisition ausgegeben werden.

Insbesondere die drei großen Suchmaschinenbetreiber in den USA (Google, Microsoft, Yahoo) erweitern also ihr Portfolio durch Zukäufe und konzentrieren den Online-Werbemarkt damit immer stärker auf sich.

Adobe kauft Scene7

Adobe baut mit der Übernahme von Scene7 sein Portfolio weiter aus. Scene7 bietet eine Rich Media Plattform die z. B. dynamische Bilder (Zoom, 360-Grad Rotation) zur Verfügung stellt. Zu den Kunden von Scene7 gehören u. a. Amazon und die Otto Gruppe.

(via Mashable)

Angst vor dem Google-Monopol

Nachdem Google am Freitag die Übernahme von DoubleClick verkündet hat, formiert sich jetzt, wie Heise meldet, eine Koalition aus Unternehmen, die vor einer wettbewerbseinschränkenden Position von Google im Online-Werbemarkt. Dem entsprechend möchte man versuchen die US-Kartellbehörden zu einer harten Prüfung der Übernahme zu bewegen.

Interessant ist allerdings, dass sich zuerst Microsoft und AT&T zu Wort gemeldet haben. Beide dürften mit Monopolstellungen ja die eine (Microsoft) oder andere (AT&T) Erfahrung gesammelt haben. Sie wissen also aus der eigenen Vergangenheit, wie es ist eine Monopolstellung einzunehmen und auszunutzen. Ist es Neid? Oder doch eine ernstgemeinte Warnung?

Vielleicht sollte man aber lieber mehr Energie in den Aufbau einer eigenen Konkurrenz verwenden. Der Online-Werbemarkt dürfte groß genug sein und er ist stark am wachsen.

Google kauft DoubleClick

Am Freitagabend verkündete Google den Kauf von DoubleClick und setzt sich damit gegen die Mitbieter Microsoft und Yahoo durch. Google dürfte damit seine Position im Online-Werbemarkt nachträglich festigen. 3,1 Millarden US-Dollar in bar zahlt Google an den Vorbesitzer, einen Finanzinvestor, der damit innerhalb von 1,5 Jahren 2 Millarden US-Dollar Profit aus seinem Investment zieht.

Der Business-Benefit für Google sollte sich bei dieser Übernahme im Gegenzug zur Youtube-Übernahme wesentlich klarer gestalten. DoubleClick ist eine gestandene Größe im Online-Anzeigenmarkt. Google weitet also sein bestehendes Geschäft aus bzw. übernimmt einen Konkurrenten im Markt.

Mehr zum Theme gibt es bei Spiegel Online (“Google kauft Anzeigenriesen für 3,1 Millarden US-Dollar“) und Heise (“Google kauft Onlinewerber DoubleClick für 3,1 Millarden US-Dollar“).